Corona-Hilfen


Die wfc hat für Unternehmen und Selbstständige alle wichtigen Infos über die Hilfen in der Corona-Krise zusammengestellt. Zur Übersicht

Kategorie: Allgemein

Kreis Coesfeld erhält eine Million Euro für digitale Projekte

Unterstützung für das Ehrenamt und Ausbau des mobilen Arbeitens im Fokus

Der Kreis Coesfeld wird zur smarten Landregion: Er ist Gewinner des gleichnamigen Förderwettbewerbs des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft – und erhält in den kommenden vier Jahren bis zu einer Million Euro Fördergelder für die Umsetzung digitaler Ideen rund um modernes Ehrenamt und smarte Arbeitsformen. Das hat Bundesministerin Julia Klöckner am 24. September 2020 bekanntgegeben.

Bundesweit hatten sich 68 Landkreise um eine Förderung beworben, sieben davon erhielten jetzt von einer unabhängigen Fachjury den Zuschlag. „Wir freuen uns sehr über diese herausragende Chance, direkt an die Ziele unserer kreisweiten Digitalisierungsstrategie anknüpfen zu können: den Menschen zu ermöglichen, ihr Leben dank Digitalisierung einfacher und besser zu gestalten. Der Sieg beim Förderwettbewerb eröffnet uns viele neue Möglichkeiten und ist gleichzeitig eine Auszeichnung für die zukunfts-weisende Arbeit, die alle Beteiligten hier im Kreis Coesfeld leisten“, sagte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Bereitschaft für ehrenamtliches Enagagement erhöhen

Im Mittelpunkt des erfolgreichen Projektantrags, den der Kreis Coesfeld gemeinsam mit der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld erarbeitet hat, stehen zwei zukünftige Herausforderungen des ländlichen Raums: Die Bereitschaft zur Übernahme von Ehrenämtern sinkt aufgrund des hohen Beschäftigungsgrads, der zunehmenden Alterung und steigender Anforde-rungen an das Ehrenamt weiter ab. Das birgt in vielen gesellschaftlichen Bereichen im Kreis Coesfeld die Gefahr, dass traditionelle, von Freiwilligenarbeit geprägte Angebote wegbrechen. Zweites Thema ist das hohe Pendler-Aufkommen im Kreis Coesfeld, das die Zeit- und Ener-giebudgets der Menschen sowie das Klima belastet. Getrieben durch die sehr gute digitale Infrastruktur im Kreis gibt es ein großes Potential für mobil arbeitende Menschen. Allerdings fehlen Angebote wie Coworking-Spaces als Ergänzung zum Home Office, die diese moderne Art des Arbeitens nachhaltig unterstützen und für weitere Gruppen öffnen.

„Dank der Förderung als smarte Landregion können wir diesen Herausforderungen jetzt besser begegnen und die aufkommende Digitalisierungskultur weiter etablieren“, erklärt Mathias Raabe, Leiter der Kreisentwicklung beim Kreis Coesfeld. Im Bereich des Ehrenamts steht der Aufbau einer digitalen Plattform zur Unterstützung der Freiwilligenbetreuung im Mittelpunkt der erfolgreichen Projektidee. Engagierte Freiwillige können damit besser herausfinden, ob die vom Verein angedachte Aufgabe zu ihren Zeitbudgets, Fähigkeiten und Motivationen passt. Die Freiwilligenbetreuung kann daraufhin zielgerichtet Aufgaben anpassen, Weiterbildungen identifizieren sowie stützende Teamstrukturen aufbauen und so die Freude und Motivation am Ehrenamt erhalten.

Pendelzeiten und -kilometer für Arbeitnehmer sparen

„Zeitbudgets besser zu nutzen ist auch der Grundgedanke hinter der zweiten Idee“, erklärt wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner. „Dank der Digitalisierung sind immer mehr Arbeiten von zu Hause oder unterwegs möglich. Über eine Plattform wollen wir Arbeitgeber und die sonst pendelnden Arbeitnehmer motivieren, Pendelzeiten und -kilometer einzusparen. Ein Punktesystem, wie man es vom Stadtradeln kennt, fördert die Attraktivität und ermöglicht die direkte Unterstützung lokaler Projekte. Ergänzend wollen wir den Aufbau professioneller Arbeitsumgebungen in Coworking-Spaces unterstützen.“

Alle sieben Modellregionen, die den Wettbewerb gewonnen haben, werden bei der Umsetzung ihrer Projekte nicht nur finanziell, sondern bei der Gestaltung der digitalen Dienste auch ganz praktisch durch das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) unterstützt. Ziel ist es nicht nur, die Angebote gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln, sondern auch den Aufbau der digitalen Kompetenzen in der Region weiter zu fördern und so weitere digitale Ideen und Dienste zu entwickeln.

Ihre Ansprechpartner
Jochen Wilms
Dr. Jürgen Grüner

wfc-Geschäftsführer ist Sprecher der Wirtschaftsförderungskonferenz Münsterland

Dr. Jürgen Grüner für zweieinhalb Jahre gewählt

Dr. Jürgen Grüner, Geschäftsführer der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH, ist zum neuen Sprecher der Wirtschaftsförderungskonferenz Münsterland gewählt worden. In dem Gremium, das mehrmals im Jahr zusammentrifft, arbeiten die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Münsterlandkreise und der Stadt Münster, der Münsterland e.V., die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, die Handwerkskammer Münster, die Hochschulen der Region, die Regionalagentur Münsterland und die Bezirksregierung Münster in Fragen der Wirtschaftsförderung und der Standortentwicklung zusammen.

„Ich freue mich über die Aufgabe und das Vertrauen“, so Grüner. „Drei Themen haben wir aktuell ganz oben auf der regionalen Agenda: die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft im Münsterland, die Gestaltung der 2021 startenden, neuen Förderphase der Europäischen Union für das Münsterland sowie die Arbeit an regional bedeutsamen Projekten, die das Münsterland als Wirtschaftsstandort in den kommenden Jahren voranbringen können.“

Grüner wird die Aufgabe als Sprecher der Wirtschaftsförderungskonferenz bis Ende 2022 wahrnehmen.

Ihr Ansprechpartner
Dr. Jürgen Grüner

Aufruf an Unternehmen: Jetzt anmelden für die Studienbesuche der WWU Münster

Die Unternehmen im Kreis Coesfeld können sich ab sofort bis zum 23. Oktober für die Studienbesuche in Kooperation mit dem Fachbereich Arbeitspsychologie (WOP) der WWU Münster anmelden. Bereits zum dritten Mal bietet die wfc den Unternehmen im Kreis Coesfeld die kostenlose Möglichkeit, im Bereich der Personal- und Führungsarbeit neue Impulse aus der Personal- und Wirtschaftspsychologie für die betriebliche Praxis zu nutzen und neue Prozesse zu gestalten. Der Fokus liegt auf den Potentialen von betrieblichen Veränderungen, besonders im Hinblick auf Digitalisierung und die damit verbundenen Anforderungen im Bereich der Führung. Thema oder Fragestellung können innerhalb dieses Rahmens frei gewählt werden.

Mögliche Ansätze sind

• Wie werden betriebliche Veränderungsprozesse geplant und umgesetzt?
• Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf Führung?
• Wie manifestiert sich digitale Führungskompetenz?
• Was bedeutet eine hybride Arbeitskultur?

Die Erarbeitung erfolgt in wissenschaftlicher Begleitung durch die Studierenden. So können die Unternehmen diese Expertise nutzen und gleichzeitig Kontakte zu künftigen Hochschulabsolventen knüpfen. Die Studierenden profitieren von der Möglichkeit, praxisbezogene Erfahrungen zu sammeln und ihrerseits Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern im Kreis Coesfeld aufzubauen.

Wie laufen die Studienbesuche ab?

Unternehmen, die eine aktuelle Fragestellung aus den Bereichen Change-Management, Führung oder „Personal und Digitalisierung“ haben, und dafür einen Input wünschen, können sich direkt per Mail bei Dr. Kirsten Tacke-Klaus unter kirsten.tacke-klaus@wfc-kreis-coesfeld.de anmelden.

Gemeinsam mit den Studierenden und ihrem Seminarleiter Dr. Klaus Harnack (Dozent am Fachbereich Arbeitspsychologie) stimmen die Unternehmen eine konkrete Fragestellung oder ein Arbeitsthema ab. Die Umsetzung beginnt mit einer Kurzvorstellung des Unternehmens für die jeweilige Studierendengruppe, dann erfolgt die konkrete Einarbeitung in das Thema durch kleine Studienprojekte (z.B. über Interviews, die das Unternehmen den Studenten ermöglicht)

  • ZEITLICHER AUFWAND insgesamt etwa 4 bis 5 Stunden
  • KOMMUNIKATIONSFORM digital (Zoom, Mail, Chat, etc.), je nach Situation der Corona-Pandemie sind auch persönliche Treffen denkbar

Im Anschluss erfolgt die Bearbeitung des Themas und die (digitale) Ergebnispräsentation durch die Studierenden in den Betrieben.

Wie sieht der Zeitrahmen aus?

Das Projekt „Studienbesuche“ startet nach Sammlung der Anmeldungen im November 2020 und läuft bis Ende Januar 2021.

Anmeldungen zur Planung der Studienbesuche innerhalb des Praxisseminars im Wintersemester 2020/21 bis 23. Oktober unter kirsten.tacke-klaus@wfc-kreis-coesfeld.de

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Giesker & Laakmann aus Nottuln als CSR-Unternehmen ausgezeichnet

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, die Bürgermeisterin der Gemeinde Nottuln, Manuela Mahnke, und Dr. Jürgen Grüner, Geschäftsführer der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH, und haben die Spedition Giesker & Laakmann GmbH aus Nottuln als CSR Unternehmen Münsterland ausgezeichnet. CSR steht für Corporate Social Responsibility, für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen.

Mit sozialem Engagement vorangehen

Dr. Christian Schulze Pellengahr unterstrich die Bedeutung von CSR für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen und des Wirtschaftsstandorts. „Wir leben in einer Region mit attraktiven Wohn-, Freizeit- und Arbeitsmöglichkeiten. Um das zu erhalten und zu verbessern, müssen wir gemeinsam die bestmöglichen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten schaffen, die Umwelt schützen und mit sozialem Engagement vorangehen.“ Die Spedition Giesker & Laakmann habe dies auf allen Feldern unter Beweis gestellt und dafür nun die Auszeichnung erhalten.

„Nachhaltigkeit muss Schritt für Schritt wachsen. Von großer Bedeutung sind daher Unternehmen, die vorangehen und anderen zeigen, wie dieser Weg aussehen kann. Und viel wichtiger: Dass sich dieser Weg lohnt“, erklärt Dr. Jürgen Grüner. Denn CSR ist komplex und fängt bei einfachen, aber zugleich schwierigen Dingen an: in der Mitarbeiterkommunikation mit Lob für eine hochwertige Arbeit und der Grundhaltung von Führungskräften, bei der Prozessverbesserung mit klaren Aufgabenverteilungen und in aktueller Corona-Zeit bei einem verantwortungsvollen Hygienekonzept.

Zufriedene Mitarbeiter als Motivation für CSR-Prozess

Giesker & Laakmann hat sich in einem 18-monatigen CSR-Prozess auf Grundlage einer betriebsindividuellen Klärung seiner wesentlichen Themen eine Grundsatzpositionierung gegeben und einen konkreten Handlungsplan erarbeitet. Die Motivation dahinter waren laut Geschäftsführer Hubert Laakmann die Mitarbeiter, die aktuellen ebenso wie die zukünftigen. „Unser Ziel ist es, ein junges und modernes Unternehmen zu kreieren. Unsere Zielgruppen sind die Generations Y und Z. Wir merken, dass hier eine Veränderung der Interessen stattfindet. Nachhaltigkeit, Sinn und Freude spielen eine große Rolle. Wir wollen nicht warten, bis der Zug abgefahren ist, sondern uns heute wappnen, damit wir auch in 10 oder 20 Jahren noch ein attraktiver Arbeitgeber sind.“

Giesker & Laakmann hat sich auf den Baustofftransport fokussiert. 1933 gegründet, beschäftigt das Unternehmen aktuell rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besitzt mehr als 100 speditionseigene Fahrzeuge.  Für den CSR-Prozess, der mit Hilfe von Workshops und Austauschgruppen stattfand, konnte die Spedition auf ihren bisherigen Aktivitäten aufbauen. So wurde 2014 der erste gehörlose Auszubildende eingestellt. Mit dem Herzensprojekt „Ein Lächeln für Togo e.V.“ setzt sich der Betrieb seit 2016 aktiv für die Entwicklung eines Waisenkinderdorfes mit rund 500 Kindern ein.

Lerncenter für Azubis, Gleitzeit und Gesundheitstage

Die erarbeiteten Top-Themen der Spedition – die Big Five – sind Qualität der Ausbildung, Mitarbeiterzufriedenheit, Leitbildentwicklung, Führungsqualität und digitale Transformation. So soll unter anderem ein Lerncenter für die Azubis gestaltet werden, das Personalmanagement aufgebaut, Gleitzeit und Gesundheitstage eingeführt und Tablets für die Ausbilderinnen eingeführt werden. Auch im ökologischen Bereich hat die Spedition bereits einiges getan: Es gibt fünf eigene Gas-LKW im Fuhrpark und das Angebot eines Bike-Leasing.

„Verantwortungsvolle Geschäftsmodelle agieren mit den Beschäftigten, sie bilden aus, qualifizieren weiter und schaffen so Identifikation mit dem Unternehmen. Das hat Giesker & Laakmann vorbildlich umgesetzt“, lobt Anne Stührenberg vom CSR Kompetenzzentrum Münsterland. Bürgermeisterin Manuela Mahnke ergänzt: „Wir sind froh, dass ein so engagiertes Unternehmen unserer Gemeinde, wie Giesker & Laakmann es ist, ständig auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten ist und damit auch anderen zeigt, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und sich dem Wandel zu stellen.“

Die CSR-Reports aller Unternehmen aus dem Münsterland, die sich engagiert haben, sind nachzulesen unter www.csr-muensterland.de

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Münsterlanden beim Swin-Golf: Willkommensevent für Fachkräfte

Service Onboarding@Münsterland lud Neulinge in der Region nach Ascheberg ein

Abschlag, Treffer, Münsterland: Ganz so einfach ist es für manche nicht, neben dem neuen Job in der neuen Region Anschluss zu finden. Das will der Service Onboarding@Münsterland ändern. Deshalb hieß er rund 20 Neulinge zu einer Partie Swin-Golf in Ascheberg-Davensberg willkommen. „Wir laden Neulinge zu Blind Dates mit ihrer neuen Heimat ein“, erläutert Monika Leiking, Leiterin des Services. Und der Plan ging auf: Die Neu-Münsterländerinnen und Neu-Münsterländer tauschten sich gut gelaunt zum Feierabend an der frischen Luft aus und ließen sich den Abend bei Getränken und Fingerfood schmecken.

Leichter Kontakte knüpfen

Die Neulinge nutzen die Gelegenheit zum Austausch. © Münsterland e.V.
Mit Getränken und Bollerwagen ausgerüstet übten sich die Münsterland-Neulinge im Swin-Golfen. © Münsterland e.V.

Das Willkommensevent ist dabei Teil des münsterlandweiten Services Onboarding@Münsterland: „Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die neu in eine Region kommen, ist es nicht immer einfach, neue Kontakte zu knüpfen. Das wollen wir durch unsere Willkommensevents ändern“, sagt Eva Kleingräber vom Serviceteam. „Dabei bringen wir Gleichgesinnte zusammen und entdecken mit ihnen spannende Orte in der Region, damit sie ankommen und auch bleiben wollen.“

Wie an diesem Abend die Swin-Golf-Anlage in Ascheberg. Die Neulinge waren dankbar über die Möglichkeit, sich an dem Abend mit Gleichgesinnten auszutauschen. „Es ist schön, willkommen zu sein. It feels like home“, sagte zum Beispiel die 35-jährige Alison. Mit ihrem Mann – gebürtiger Münsterländer – kam sie im Januar aus Nord-Frankreich ins Münsterland und fühlte sich nicht nur durch die ähnliche Landschaft etwas heimisch, sondern an diesem Abend auch durch die Gemeinschaft in Ascheberg.

Service unterstützt Arbeitgeber und Fachkräfte

Entstanden ist der Service Onboarding@Münsterland als eine regionale Initiative von Arbeitgebern und Wirtschaftsakteuren des Münsterlandes, umgesetzt wird er vom Münsterland e.V. mit Unterstützung zahlreicher Institutionen der Region. Der Service unterstützt sowohl Arbeitgeber beim Employer Branding und Standortmarketing als auch Fachkräfte beim Ankommen, Wohlfühlen und Hierbleiben in der Region. „Denn eine Jobentscheidung ist auch immer eine Entscheidung für einen Lebensort“, sagt Monika Leiking. Zum Service gehören dabei nicht nur Veranstaltungen wie das Willkommensevent, sondern etwa auch Beratungsangebote für Fachkräfte. Arbeitgeber können zudem Mitglied im Netzwerk werden und sich so vielfältige Vorteile sichern, mit denen sie sichtbarer werden und bei den Fachkräften werben können. „Gemeinsam mit den Arbeitgebern wollen wir dafür sorgen, dass das Münsterland auch über die Grenzen hinaus als attraktiver Arbeits- und Lebensort wahrgenommen wird“, erläutert Leiking. „Und dazu gehört es auch, Neulinge in der Region wertschätzend willkommen zu heißen.“

Mehr Informationen gibt es auf www.onboarding-muensterland.com.

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Erste 5G-Antenne im Kreis Coesfeld in Betrieb

Der Zukunft den Empfang bereiten

Im Kreis Coesfeld geht die neue Mobilfunkgeneration an den Start: Der Telekommunikationsanbieter Vodafone hat jetzt im Gewerbepark St. Barbara in Dülmen an einem ersten Standort drei 5G-Antenne in Betrieb genommen. „Der Mast markiert einen Meilenstein im Ausbau der digitalen Infrastruktur in unserer Region“, betont Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und verweist auf den hohen Stellenwert der 5G-Technologie für die Standortattraktivität. So zeichnet sich der neue Mobilfunkstandard durch Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 800 Megabit pro Sekunde aus. Wer ein 5G-fähiges Endgerät einsetzt, könne sich also auf stabile Videostreams und auf sehr schnelle Downloads aus dem Internet freuen, so Schulze Pellengahr.

Voraussetzung für Internet der Dinge

Vor allem aber bilde 5G die Grundlage für die fortschreitende digitale Vernetzung von Alltagsgegenständen und Maschinen, die unter dem Schlagwort „Internet der Dinge“ zusammengefasst werde, ergänzt Dr. Jürgen Grüner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld (wfc). Laut seiner Aussage ist der Aufbau des neuen Netzes somit für den Wirtschaftsstandort ein zentraler Erfolgsfaktor: Ohne eine hochleistungsfähige Infrastruktur im Mobilfunkbereich könnten sich viele Unternehmen an den kommenden Digitalisierungsschüben nicht beteiligen. In der Folge würden sie an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, macht der Chef der wfc deutlich: „5G eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, neue digitalgestützte Lösungen einzusetzen, darunter die Echtzeitsteuerung und Vernetzung von Maschinen, Robotern oder Fahrzeugen, beispielsweise in Produktion und Warenlogistik.“

Landrat Dr. Schulze Pellengahr ergänzt einen speziellen Anwendungsfall, der vielen zugutekommen könnte. Demnach entwickelt der Kreis Coesfeld, gemeinsam mit dem DRK Coesfeld und der in Dülmen ansässigen Firma STF, eine 5G-basierte Technik für das Rettungswesen. Mit dieser Anwendung an Bord, sollen Notärzte die Situation am Einsatzort bereits während der Anfahrt überblicken und somit nach Ankunft noch schneller helfen können. Dafür braucht es schnelle und stabile Mobilfunknetze. Das Projekt, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert wird, ist zurzeit in der Konzeptionsphase. Eine Umsetzung noch im kommenden Jahr hält Schulze Pellengahr für möglich, falls eine weitere Förderung bewilligt wird und die 5G-Netze der Telekommunikationsunternehmen im Kreis Coesfeld schnell genug wachsen.

Kommunkation in Echtzeit

„5G bringt das Internet in Echtzeit und ist die Basis für vernetzte Fabrikhallen, Logistikzentralen und Stadien. Menschen und Maschinen können mit 5G in Echtzeit kommunizieren – also ähnlich schnell wie das menschliche Nervensystem“, so Stephan Schneider von Vodafone Deutschland. „Wir haben im vergangenen Jahr das erste 5G-Netz in Deutschland gestartet und wichtige Erfahrungen gesammelt. Jetzt bringen wir 5G in die Fläche. Die ersten 5G-Antennen hier in Dülmen sind der nächste wichtige Schritt für den Kreis Coesfeld in die digitale Zukunft. Weitere 5G-Standorte werden folgen.“

Vodafone hält in den Gemeinden Ascheberg und Nordkirchen ein flächendeckendes Glasfasernetz mit Anschlussmöglichkeiten bis ins Haus. Das Unternehmen trägt – wie auch weitere Telekommunikationsanbieter – dazu bei, dass der Kreis Coesfeld NRW-weit der Glasfaserversorgung den Spitzenwert von 75 Prozent aller Adressen aufweist. Doch noch ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Region nicht abgeschlossen. „Ziel ist beim Mobilfunk eine bedarfsgerechte Flächendeckung“, erklärt Dr. Jürgen Grüner und fügt hinzu: „Im gesamten Kreisgebiet ist dann Telefonie und eine ausreichende Datenübertragung möglich.“

Gute LTE-Abdeckung bietet perfekte Ausgangssituation

Zurzeit unterstützt die wfc die Netzbetreiber bei der Analyse der Versorgungssituation und bei der Suche nach passenden Standorten. Das bisherige Ergebnis kann sich im deutschlandweiten Vergleich sehen lassen. So gehört der Kreis Coesfeld im Hinblick auf den Mobilfunkstandard LTE zu den zehn bestversorgten Landkreisen in Deutschland, wie beispielsweise eine Studie der Aachener Unternehmensberatung Umlaut AG zeigt. Doch wollen Kreis und wfc den LTE-Ausbau, gemeinsam mit den Telekommunikationsunternehmen, noch weiter vorantreiben. An rund einem Dutzend Ortslagen wird zurzeit nach passenden Standorten gesucht – auch, weil in den 4G-Antennen viel Ausbaupotenzial steckt: „Dank der schon vorhandenen LTE-Versorgung bietet der Kreis Coesfeld gute Startbedingungen auch für einen zügigen 5G-Ausbau in der Fläche, ohne dass in großem Stil neue Standorte errichten werden müssen“, freut sich Schulze Pellengahr.

#Innovationsschub Krise: Initiative #einfach machen sucht Unternehmen mit Ideen

Mit großer Kraft und Kreativität haben viele Unternehmen im Westmünsterland durch die Corona-Krise spannende Innovationen entwickelt, die nicht nur kurzzeitig, sondern vielleicht auch dauerhaft den Arbeitsalltag und die Unternehmenskultur verändern werden. Genau diese agilen Ideen sucht die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld jetzt mit ihren Partnern der Initiative „#einfach machen – Impulse für innovative Personalarbeit im Westmünsterland“ für die dritte Runde der Best-Practice-Reihe. Betriebe und Unternehmen aus den Kreisen Borken und Coesfeld sind unter dem Titel „Innovationsschub Krise“ ab sofort aufgerufen, der wfc ihre Erfahrungen zur guten Personalarbeit in Krisenzeiten mitzuteilen.

Ideen werden über Website bekannt gemacht

Genau wie bei den ersten #einfachmachen-Runden ist es das Ziel, diese Beispiele über die Webseite www.personalarbeit-einfachmachen.de bekannt zu machen – und damit anderen Unternehmen den Anstoß zu geben, mit Hilfe dieser Anregungen eigene Konzepte zu entwickeln.

Ideen zu folgenden Themen sind dieses Mal unter anderem gefragt:

  • produktives Arbeiten im Homeoffice
  • Kommunikation und Führung in virtuellen Teams
  • Tools der digitalen Zusammenarbeit
  • Unternehmenskultur und Team-Gefühl in schwierigen Zeiten
  • Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • digitales Recruiting
  • digitale Vorstellungsgespräche
  • digitale Geschäftsprozesse im Bereich der Personalarbeit
  • neue Organisationsformen der Arbeit im Betrieb wie Desksharing oder ähnliches
  • Umgang mit Azubis vor dem Ausbildungsstart

#einfachmachen ist eine Initiative der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld, WFG für den Kreis Borken, der der Agentur für Arbeit Coesfeld und der Regionalagentur Münsterland.

Unternehmen mit Ideen zur Initiative einfachmachen #3 können sich bis Mitte August bei Dr. Kirsten Tacke-Klaus (wfc) per Mail an kirsten.tacke-klaus@wfc-kreis-coesfeld.de melden. Bitte einfach das PDF herunterladen, Kontaktdaten und Idee mitteilen und zusenden.

Weitere Infos unter www.personalarbeit-einfachmachen.de/einfach-machen-3

Nottulner Ortsteile schrauben Glasfaserquote der Region auf 75 Prozent

Kreis Coesfeld macht es Metropolen vor

Das Glasfasernetz im Kreis Coesfeld wächst weiter: Mit dem erfolgreichen Abschluss der Nachfragebündelung in den Nottulner Ortsteilen Appelhülsen, Darup und Schapdetten ist jetzt die Abdeckung von rund 75 Prozent besiegelt. Eine ländliche Region überflügelt somit die NRW-Metropolen und liegt, laut Kompetenzzentrum Gigabit.NRW, im Vergleich der Versorgungsquoten aller Kreise und kreisfreien Städte des Bundeslandes auf dem Spitzenplatz.

Vorteil für Unternehmen, Privathaushalte und Kommunen

Wie weit der Kreis Coesfeld in Führung gegangen ist, zeigt ein Blick auf die NRW-weite Versorgungsquote 2019: Sie beträgt elf Prozent. In vielen kreisfreien Stätten liegt die Glasfaserabdeckung zurzeit sogar nur bei fünf Prozent oder weniger. „Der Kreis Coesfeld beweist, dass der Auf- und Ausbau einer Glasfaserinfrastruktur, die unmittelbar bis vor die Gebäude reicht, im ländlichen Raum zu meistern ist, wenn alle Akteure gemeinsam und systematisch auf das Ziel hinarbeiten“, kommentiert Dr. Christian Schulze Pellengahr, Landrat des Kreises Coesfeld, die bevorstehende Erweiterung des schnellen Netzes. Er verweist darauf, dass eine starke Glasfaserinfrastruktur allen zugutekomme – Unternehmen, Privathaushalten und Kommunen.

„Gerade jetzt, in den Digitalisierungsschüben der Corona-Zeit, hat sich gezeigt, wie gut die Rahmenbedingungen im Kreis Coesfeld für den Wandel der Wirtschaft- und Arbeitswelt bereits sind“, sagt Schulze Pellengahr. Doch sieht er die Region, deren Versorgungsquote von 75 Prozent selbst im deutschlandweiten Vergleich ein Spitzenwert ist, noch nicht am Ziel. Die Zugangsoption zu den Anschlusstechniken FTTB/FTTH (Fiber to the Building / Fiber to the Home) sei noch nicht flächendeckend gegeben, ein Viertel des Weges sei noch zu gehen, betont der Landrat.

Vergünstigte Konditionen während der Nachfragebündelung

An diesem Punkt kommt die Gemeinde Nottuln erneut ins Spiel. Denn nicht alle Ortsteile haben die Nachfragehürde übersprungen. „Mit dem Netzausbau in Appelhülsen, Darup und Schapdetten wird der Standort noch attraktiver und zukunftsfähiger“, freut sich Bürgermeisterin Manuela Mahnke, fügt aber hinzu: „Dass der Netzausbau mangels Nachfrage am Ortsteil Nottuln noch nicht gesichert ist, bleibt ein kleiner Wermutstropfen.“ Doch ist das Thema Glasfaser für sie dort noch nicht vom Tisch. So kündigt Mahnke Gespräche mit der Deutschen Glasfaser zur Fortführung des Projektes in den nächsten Wochen an.

Für die Privathaushalte und Unternehmen hat René Fuchs, Projektleiter beim Telekommunikationsunternehmen Deutsche Glasfaser, eine gute Nachricht: „Bis zum Baustart gelten die vergünstigten Konditionen, die während der Nachfragebündelung galten, weiter“, stellt er klar. Laut Fuchs wird die Deutsche Glasfaser in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nottuln das Netz im dritten Quartal 2020 planen. Die Bauarbeiten sollen im vierten Quartal starten. Die Investitionssumme in den Ortsteilen Appelhülsen, Darup und Schapdetten liege bei ca. 3,5 Mio. Euro, informiert der Projektleiter.

Netzbetreiber haben rund 75 Millionen Euro investiert

„Damit haben die Netzbetreiber im Kreis Coesfeld bis zur 75-prozentigen Glasfaserabdeckung nach unseren Schätzungen insgesamt bereits rund 75 Mio. Euro investiert“, berichtet Dr. Jürgen Grüner, Geschäftsführer der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH. Er weist darauf hin, dass Fördergelder bei der Finanzierung der Bauprojekte nicht zum Einsatz kamen. So gebe der Kreis Coesfeld ein Beispiel, wie Glasfaser im ländlichen Raum in die Fläche gebracht werden kann, ohne dass die Steuerzahler belastet werden. Exemplarisch für die Erfolgsfaktoren des Glasfaserausbaus in der Region nennt Grüner das bürgerschaftliche Engagement vieler Landwirte. Diese haben mit einem großen Anteil an Eigenleistungen maßgeblich zur Erschließung der Außenbereiche beigetragen. Dieser Lösungsweg aus dem Kreis Coesfeld ist inzwischen deutschlandweit vielerorts zum Vorbild geworden.

Die wfc unterstützt im Kreis Coesfeld den Ausbau der digitalen Infrastruktur und hat bereits 2012 mit der Entwicklung eines Masterplans die Basis für den flächendeckenden Ausbau des FTTB/FTTH-Netzes gelegt. Sie berät Kommunen und Wirtschaft, hält Kontakt zu den Anwohnern und führt Gespräche mit Telekommunikationsunternehmen. Zudem analysiert sie kontinuierlich die Versorgungslage und entwickelt Konzepte für Verbesserungsmaßnahmen. Zentraler Ansprechpartner für Wirtschaft, Kommunen und Anwohner bei Fragen zum Thema Glasfaser ist der Gigabitkoordinator des Kreises Coesfeld, dessen Arbeitsplatz bei der wfc angesiedelt ist.

wfc-Jahresgespräch: Unternehmen im Kreis Coesfeld müssen kreativ werden, um erfolgreich zu bleiben

wfc bietet Unterstützung bei allen Herausforderungen – vor allem im Zuge des digitalen Wandels

Am Wirtschaftsstandort Kreis Coesfeld hat es 2019 deutlich Bewegung gegeben: Die Nachfrage der Unternehmer nach Unterstützung zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, zu digitalen Wegen bei der Fachkräftesuche und zu den Möglichkeiten der Unternehmensentwicklung allgemein ist merklich gestiegen. „Die Unternehmen haben erkannt, dass sie sich schneller und stärker denn je verändern müssen, um auch in Zukunft erfolgreich sein. Diese Bereitschaft ist umso wichtiger, wenn es nun darum geht, die Folgen der Corona-Krise zu überwinden“, sagte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr am Mittwochnachmittag beim Jahresgespräch der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH. Mit einem erneuten Höchststand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und der im zwölften Jahr in Folge niedrigsten Arbeitslosenquote in NRW ist der Wirtschaftsstandort dafür zwar gut aufgestellt. „Dennoch müssen auch hier zahlreiche Unternehmen kreativ werden und neue, oftmals digitale Wege gehen, damit die wirtschaftlichen Konsequenzen der Corona-Krise nicht zur Gefahr für Arbeitsplätze oder das Unternehmen selbst werden“, so Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Bereits im vergangenen Jahr hat die wfc ihr Angebot in diese Richtung ausgebaut. Die Nachfrage nach intensiver Unterstützung seitens der wfc bei Technologie- und Innovationsprojekten ist um mehr als ein Drittel von 37 auf 52 gestiegen. Im Fokus standen vor allem Projekte zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, Prozesse und Produkte. Mit Hilfe des 2018 gestarteten Förderprojekts start.connect brachte die wfc Gründer, Start-ups und etablierte mittelständische Unternehmen aus dem Kreis zusammen und förderte den Ideenaustausch ebenso wie Kooperationen. Die Möglichkeiten des digitalen Wandels wird das im September 2019 neu begonnene Förderprojekt DigitTrans@KMU den Unternehmen zeigen. Technologiescouting und Ideen zur Förderung der Innovationskompetenzen der Betriebe bietet zudem das münsterlandweite Projekt Enabling Networks Münsterland. Etwas gebremst wurden die Innovations- und Digitalisierungsprojekte der Unternehmen im Kreis Coesfeld in der zweiten Jahreshälfte, weil die Haushaltsmittel des Landes NRW für Innovations- und Digitalisierungsgutscheine sowie die Fördermittel für das Programm „Innovations-Assistent NRW“ bereits im September 2019 ausgeschöpft waren. Zahlreiche Anfragen von Unternehmen konnten in der Folge nicht mehr bedient werden. Erst seit Ende Mai 2020 stehen diese Programme in leicht veränderter Form wieder offen.

Vor dem Hintergrund des digitalen Wandels hat 2019 die Weiterbildung der Beschäftigten weiter an Stellenwert gewonnen. Die Zahl der Beratungen zu Bildungsscheck und Bildungsprämie stieg im Vergleich zu 2018 sehr deutlich um 62 auf insgesamt 204 Fälle. Die durch das Angebot eingeworbenen Fördermittel erhöhten sich von 135.500 auf 198.000 Euro.

Die Voraussetzungen für eine digitale Transformation der Unternehmen sind im Kreis Coesfeld bereits in den vergangenen Jahren geschaffen worden. Durch den konsequenten Breitbandausbau hatten Ende 2019 rund 70 Prozent der Adressen im Kreis die Möglichkeit, einen Glasfaseranschluss zu buchen. Gewerbegebiete waren zu 90 Prozent am Netz und bei den Schulen wird bis Ende 2021 eine 100-prozentige Abdeckung erreicht sein. Nicht weniger wichtig sind im Zuge der Digitalisierung die Mobilfunknetze und die funkbasierten Netze für den automatisierten Informationsaustausch von mobilen Endgeräten, Maschinen oder Fahrzeugen. „Hier arbeiten wir im Dialog mit Unternehmern und Netzbetreibern an einer bedarfsorientierten Flächenversorgung“, erklärte wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner.

Die Anforderungen der Unternehmen sind auch Grundlage der Angebote im Bereich der Fachkräftesicherung und -gewinnung. Neben zwei Intensiv-Workshopreihen zu digitalen Möglichkeiten des Recruitings baute die wfc in 2019 den Kontakt zu Schulabsolventen und Studierenden der Region aus. X-Mas Reunion heißt eines dieser neuen Angebote. Für einen Tag kurz vor Weihnachten kehren ehemalige Absolventen an ihre alten Schulen zurück und berichten jeweils einem Oberstufenjahrgang von ihrem Studien- oder Joballtag sowie dem Weg dorthin. Für die Schüler bietet sich so eine Möglichkeit der Berufsorientierung auf Augenhöhe, während die wfc Kontakte zu den Ehemaligen als potentielle Fachkräfte für die Region knüpfen kann. Beim zweiten neuen Angebot, der WorkStudyContact, sind Studierende eingeladen, in lockerer Atmosphäre verschiedene Arbeitgeber aus dem Kreis Coesfeld kennenzulernen und sich über Themen, die sie bewegen, auszutauschen – beispielsweise Praktikum, Auslandsaufenthalt, Benefits und Bewerbung. Auch die Instagram-Seite des Karrierenetzwerks Stay Local, die Schulabsolventen und Studierenden zusätzlich zum bestehenden Facebook-Account zeigt, welche spannenden Arbeitgeber und Jobchancen es in der Region gibt, ist neu.

Stark gefragt waren zudem Möglichkeiten zur Vereinbarung von Familie und Beruf – vom Betrieblichen Pflegekoffer über Unterstützung beim Aufbau einer Betrieblichen Großtagespflege bis hin zum Ferienspaß nach Maß, bei dem sich die Zahl der Buchungstage der teilnehmenden Kinder von 247 in 2018 auf 383 erhöht hat.

Dass Fachkräfte im Kreis Coesfeld rar sind, hat sich auch 2019 auf die Zahl der Unternehmensgründungen und -nachfolgen ausgewirkt: Die Nachfrage nach Beratungsleistungen ging zurück. „Damit spiegelt sich auch bei uns mit zweijähriger Verzögerung der allgemeine Trend einer abnehmenden Zahl der Unternehmensneugründungen wider“, erklärt Dr. Jürgen Grüner. „Um dem entgegen zu wirken, haben wir in unseren Basisberatungen zur Existenzgründung die Anreize für eine Selbstständigkeit deutlicher in den Fokus gerückt sowie in Workshops erneut auf die Möglichkeiten einer Unternehmensnachfolge vorbereitet.

Der gesamte Geschäftsbericht:

Den vollständigen Geschäftsbericht 2019 finden Sie auf unserer Homepage unter

https://www.wfc-kreis-coesfeld.de/downloads/

 

Fünf Coesfelder Unternehmen unterstützen Denkfabriken zur Innovationsförderung

Fünf Vertreter von Unternehmen aus dem Kreis Coesfeld arbeiten ab sofort gemeinsam mit Experten aus anderen Unternehmen, aus Forschung und Netzwerken in Denkfabriken zu verschiedenen Themen an Ideen für die Zukunft des Münsterlandes. Unter dem Dach des Verbundprojekts Enabling Networks Münsterland – zu dessen Partnern die wfc zählt – entwickeln sie gemeinsam praxisorientierte Handlungsempfehlungen und Rezepte, um in zentralen wirtschaftlichen Feldern des Münsterlandes Innovationen zu fördern und umzusetzen.

Erste Denkfabrik ist gestartet

Insgesamt gibt es fünf Denkfabriken. Die erste Denkfabrik zum Thema „Umweltneutrale Werkstoffe der Zukunft. Nachhaltiger Umgang mit Polymeren.“ hat jetzt ihre Arbeit aufgenommen. Mit Abstand und unter strengen Hygieneauflagen lernten sich die zwölf Mitglieder im M44 Meeting Center in Münster kennen und diskutierten über die Inhalte und Ziele der Denkfabrik.

„Die Idee hinter der Denkfabrik ist, das Münsterland mit neuen Innovationsimpulsen zu versorgen“, betont Bernd Büdding, Leiter des Projekts Enabling Networks Münsterland beim Münsterland e.V. „Denn Kunststoffe sind zwar einer der vielseitigsten und praktischsten Werkstoffe, die wir zur Verfügung haben. Doch noch fehlt es teilweise an einem nachhaltigen und umweltneutralen Umgang damit.“

Wie dieser aussehen kann, stand im Mittelpunkt der ersten Gespräche zwischen den Denkfabrik-Mitgliedern aus Wirtschaft, Forschung und regionalen Netzwerken. Verpackungsverantwortung, Bioplastik, Kreislaufwirtschaft oder Re- und Upcycling waren dabei nur einige der Schlagwörter in dem Diskurs. Zudem war Tobias Haider vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung für einen Impulsvortrag zum Thema „Sind Biokunststoffe die Kunststoffe der Zukunft?“ online zugeschaltet.

Überblick über die Denkfabriken und die Mitglieder aus dem Kreis Coesfeld

Digitales Münsterland – Künstliche Intelligenz im Mittelstand

Georg Hagelschuer GmbH & Co.KG (Dülmen)

Themen

Was wird sich verändern, wenn KI im Mittelstand großflächig zum Einsatz kommt? Welche Kompetenzen gibt es bereits in der Region? Und wie können wir sie nutzen, um die regionale Wirtschaft effizienter, smarter und sicherer zu machen? Im Fokus steht die Bild- und Mustererkennung.

Vernetzte Produktion

Parador GmbH (Coesfeld)

Themen

Suche nach flexiblen Lösungen für die Maschinendatenerfassung, Sensorik und Robotik, die zur bestehenden technologischen Ausstattung der Unternehmen passen, und keine großflächigen Investitionen benötigen.

Kreislaufwirtschaft

Klostermann GmbH & Co. KG (Coesfeld)

Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (Coesfeld)

Themen

Ideen für eine umfassende zirkuläre Wertschöpfung von Produkten entwickeln, um Müll, Ressourcenverbrauch und den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Neben den dafür notwendigen technischen Kompetenzen sollen auch die kaufmännischen und administrativen Rahmenbedingungen in den Blick genommen werden und die Kompetenzen in diesen Bereichen vernetzt werden.

Umweltneutrale Werkstoffe

CaPlast Kunststoffverarbeitungs GmbH (Nordkirchen)

Themen

Wie schaffen wir es, einen nachhaltigen und umweltneutralen Umgang mit dem Alleskönner Kunststoff zu gestalten? Im Fokus stehen Bioplastik, Bioökonomie, Kreislaufwirtschaft, Re-, Down- und Upcycling.

Gesund bleiben – ein Leben lang

Themen

Moderne Technologien, etwa aus der Bioanalytik und der modernen Medizin, ermöglichen es, die Prävention, Diagnostik und Behandlung ganz individuell auf den Menschen abzustimmen. Welche neuen Spielräume eröffnet dieser Fortschritt? Wie lässt sich das vorhandene Wissen aus Theorie und Praxis im Münsterland dafür einsetzen und vernetzen?

Die Münsterland-Denkfabriken

Insgesamt entstehen innerhalb des Projekts Enabling Networks Münsterland fünf Münsterland-Denkfabriken mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, der Forschung und regionalen Netzwerken. Darin suchen sie nach Antworten auf Fragen wie: Was brauchen die regionalen Unternehmen, um ihre Kompetenzen auszubauen und wirtschaftlich erfolgreich zur sein? Wo liegen die besonderen Chancen und innovativen Kompetenzen des Münsterlandes? Wie kann sich die Region hier noch besser aufstellen und wertvolle Kooperationen eingehen? Die Zukunftsbetrachtung bezieht sich dabei auf den Zeitraum der nächsten fünf bis zehn Jahre. In diesen Wochen treffen die Mitglieder der Denkfabriken zum ersten Mal aufeinander.

Bis zum Jahr 2022 sollen die Denkfabriken zwei Mal pro Jahr zusammenkommen und in Workshops Zukunftsstrategien entwickeln. Geplant sind auch Exkursionen zu Orten, an denen sich diese Zukunft bereits erleben lässt. Diese Inspirationen fließen dann zurück in die Region und werden auf Veranstaltungen vorgestellt.

Weitere Informationen gibt es bei Christian Holterhues (wfc), Mail christian.holterhues@wfc-kreis-coesfeld.de, Telefon 02594. 78240-26

Mehr zu Enabling Networks Münsterland

Als regionale Verbundinitiative und Nachfolgeprojekt von Enabling Innovation Münsterland unterstützt Enabling Networks Münsterland seit dem Projektstart im September 2019 Unternehmen und Hochschulen im Münsterland dabei, Innovationen zu entwickeln, sie umzusetzen und die richtigen Partner für das Vorhaben zu finden. Das Projekt besteht aus zwei Maßnahmenpaketen: Der zweite Baustein neben den Denkfabriken ist das Technologiescouting. Dabei soll es fünf Technologiescouts geben, die Unternehmen bei der Entwicklung neuer Innovationen unterstützen.

Der Projektverbund mit dem Münsterland e.V. als Leadpartner besteht aus den Wirtschaftsförderungen der Münsterlandkreise und der Technologieförderung Münster sowie den Transferstellen der regionalen Hochschulen und fünf Facheinrichtungen, die Innovationen in ihren Branchen vorantreiben. Das Projekt wird im Rahmen des EFRE-Aufrufs „Regio.NRW“ von der Europäischen Union und dem Wirtschaftsministerium NRW gefördert.

Weitere Informationen gibt es auf www.muensterland.com/wirtschaft/innovationen/enabling