Corona-Virus: Wirtschaftliche Hilfen für Unternehmen und Selbstständige

Überblick zu den Unterstützungsangeboten von Bund, Land, Kreis und Banken

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus auf Unternehmen und Selbstständige abzufedern, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten – von der Unterstützung bei Liquiditätsengpässen über erweitertes Kurzarbeitergeld bis hin zu steuerlichen Erleichterungen.

Mit Blick auf das Ende der Ferienzeit hat der Kreis Coesfeld die wichtigsten Informationen zum Umgang mit Reiserückkehrern aus Risikogebieten zusammengefasst:

Alle weiteren Hilfen in der Übersicht

Abrechnung der Soforthilfe NRW

Das Land NRW plant noch vor den Herbstferien die Abrechnung der Soforthilfe für Kleinunternehmer, Solo-Selbständige und freie Berufe wieder aufzunehmen. Die Empfänger der Soforthilfe werden nach und nach von der Bezirksregierung Münster per Mail kontaktiert, um den Liquiditätsengpass der letzten drei Monate zu ermitteln. Hierzu wird eine Ausfüllhilfe zur Verfügung gestellt. Sollte die Differenz des Liquiditätsengpasses und der erhaltenden Soforthilfe einen Überschuss ergeben, müssen die Empfänger diesen der Bezirksregierung über einen in der Mail enthaltenen Link melden.

Rückmeldefrist dafür ist der 30. November 2020. Eventuelle Rückzahlungen müssen bis zum 31. März 2021 auf das in der Mail angegebene Konto der Bezirksregierung erfolgen.

Nach dem nun erzielten Kompromiss mit dem Bund gelten nun folgende Regeln:

  • Personalkosten sind von den Einnahmen absetzbar, sofern sie zur Erzielung von Einnahmen während des Soforthilfe-Bezugs notwendig und nicht durch andere Maßnahmen wie das Kurzarbeitergeld abgedeckt waren
  • Gestundete Zahlungen wie Miet-, Pacht- oder Leasingraten, die innerhalb des Förderzeitraums angefallen wären, können nun ebenfalls angerechnet werden. Damit werden Unternehmen nicht benachteiligt, die sich in eigener Initiative um Zahlungsstundungen bemüht haben.
  • Zahlungseingänge können nun für den Zeitpunkt der Leistungserbringung angerechnet werden. Bisher wurden alle tatsächlichen Zahlungseingänge im Förderzeitraum berücksichtigt, auch wenn die Leistungserbringung vor der Corona-Zeit stattfand. Dadurch wurden viele Unternehmen, z.B. im Handwerk oder Messebau, die auf Rechnung und mit Zahlungszielen arbeiten, benachteiligt. Die Unternehmen erhalten nun die Option, bei Einnahmen innerhalb des Förderzeitraums auf den Zeitpunkt der Leistungserbringung abzustellen.
  • Hohe einmalige Zahlungseingänge, die sich auf ein ganzes Jahr beziehen – wie GEMA-Zahlungen für Künstlerinnen und Künstler oder VG-Wort für Journalistinnen und Journalisten – können nun anteilig angesetzt werden.

Die Info-Hotline des Landes zum Thema ist unter Telefon 0211-7956 4995 erreichbar.

Weitere Informationen unter www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020-rueckmeldeverfahren

Ein Online-Seminar der wfc in Kooperation mit der Kanzlei Lausten, Laarmann und Partner aus Ascheberg zur Abrechnung der Soforthilfe vom 14. Juli 2020 gibt bei Youtube unter www.youtube.com/watch?v=HdFS3T9KH9U

Überbrückungshilfe für kleine und mittlere Unternehmen

Gewährung einer Liquiditätshilfe für die betrieblichen Fixkosten von kleinen und mittleren Unternehmen aus Branchen, die unmittelbar oder mittelbar durch Corona-bedingte Auflagen oder Schließungen betroffen sind. Sie kann seit Juni 2020 für die Monate Juni bis August 2020 beantragt werden und ist am 19. September für die Monate September bis Dezember 2020 bis zum Jahresende verlängert worden.

ACHTUNG: Mit der Verlängerung der Hilfen ist keine Verlängerung der Antragsfrist verbunden. Anträge für die erste Förderphase müssen weiterhin bis zum 30. September gestellt werden. Anträge für die zweite Förderphase können voraussichtlich ab Oktober gestellt werden.

Antragsberechtigt sind Unternehmen (mit bis zu 50 Mitarbeitern), Organisationen, Solo-Selbständige und selbständige Angehörige der freien Berufe im Haupterwerb aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie sich

  1. nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfond qualifizieren und
  2. ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Kreise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten.
  3. zum 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben (gem. EU-Definition)

Die Einstellung der Geschäftstätigkeit vollständig oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona-Krise wird (mit Gültigkeit für die Monate September bis Dezember) angenommen,

  • wenn der Umsatz in mindestens zwei zusammenhängenden Monaten zwischen April und August 2020 mindestens 50 Prozent gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten 2020 eingebrochen ist
  • oder ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum vorliegt

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten.

Die Überbrückungshilfe erstattet (mit Gültigkeit für die Monate September bis Dezember) einen Anteil in Höhe von

  • 90 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch,
  • 60 % der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 50 % und 70 %,
  • 40 % der Fixkosten bei Umsatzeinbruch von mehr als 30 %

im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei Unternehmen, die nach Juni 2019 gegründet worden sind, sind die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen.

Die Personalkostenpauschale beträgt (mit Gültigkeit für die Monate September bis Dezember) 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

ACHTUNG Für Liquiditätshilfen für die Monate Juni bis August 2020 gelten andere, geringe Werte.

Nach Vorgaben des Bundes sind Privatentnahmen im Sinne eines Unternehmerlohns nicht förderfähig. Deshalb ergänzt das Land NRW mit der NRW Überbrückungshilfe plus die Hilfen des Bundes um eine monatliche Zahlung von 1000 Euro pro Monat bis Jahresende für Freiberufler, Solo-Selbstständige, im Unternehmen tätige Inhaber von Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit bis zu 50 Beschäftigten.

Die Antragsvoraussetzungen sowie die Höhe der erstattungsfähigen Kosten sind durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Anwalt bei der Antragstellung glaubhaft zu machen und beim nachträglich zu erbringenden Nachweis zu belegen. Diese dadurch anfallenden Kosten sind grundsätzlich förderfähig.

Registrierung, Einreichung der Anträge und weitere Informationen zu den Eckpunkten der Überbrückungshilfe unter:

www.wirtschaft.nrw/ueberbrueckungshilfe

Förderprogramme für Ausbildungsplätze

Über die sogenannten Ausbildungsprämien fördert der Bund den Erhalt und Ausbau von Ausbildungsplätzen während der Corona-Pandemie. Das entwickelte Hilfsprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ soll kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) mit folgenden Maßnahmen unterstützen:

Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen)

Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).

Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot erhöhen)

Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).

Vermeidung von Kurzarbeit

KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist.

Auftrags- und Verbundausbildung

Wenn KMU die Ausbildung temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister zeitlich befristet die Ausbildung übernehmen und dafür Förderung erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern.

Übernahmeprämie

KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 3.000 Euro.

Weitere Informationen und Antragsstellung über die zuständigen Arbeitsagenturen: www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern

Förderprogramm für den Einzelhandel

Das Land hat ein neues, corona-bezogenes Förderprogramm für kleine Einzelhandelsunternehmen mit dem Titel „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken. Digitalisierung voranbringen – ökonomische Resilienz im Einzelhandel stärken!“ gestartet. Der Projektaufruf richtet sich an Unternehmen des stationären Einzelhandels, die nicht mehr als 49 Beschäftigte haben und auf einen Umsatz von maximal 10 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von bis zu 10 Millionen Euro kommen.

Gefördert werden kurzfristige Projekte von Unternehmen, die sich erstmalig digital aufstellen oder den Auf- oder Ausbau der digitalen Technologien für ihr Unternehmen voranbringen wollen. Gefördert werden (Beratungs-)Dienstleistungen im Falle des erstmaligen Einsatzes oder des signifikanten Ausbaus digitaler Technologien  sowie projektbezogene Sachausgaben.

Anträge sind bis zum 30.08.2020 zu stellen. Die Projekte müssen zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen sein. Der Höchstbetrag der Förderung liegt bei 12.000 Euro bei einem Fördersatz von bis zu 90 Prozent. Das Projekt muss zudem unmittelbar der Abwehr oder der Abmilderung der Folgen der Corona-Krise dienen.

Weitere Informationen: https://www.ptj.de/forschungsfoerderung/digitaler-einzelhandel/sonderprogramm2020

Kurzarbeit

Folgende Erleichterungen sind bei der Beantragung von Kurzarbeitergeld bis 31.12.2020 in Kraft:

  • Absenkung des Quorums für Kurzarbeit auf mindestens 10 Prozent der Beschäftigten, die von Arbeitsausfall betroffen sein müssen
  • teilweiser oder vollständiger Verzicht auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden
  • Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer
  • vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA)

Darüber hinaus hat der Koalitionsausschuss des Bundes beschlossen, das Kurzarbeitergeld von aktuell 60 Prozent bzw. 67 Prozent bei Haushalten mit Kindern anzuheben:

  • Bei um mindestens 50 Prozent reduzierter Arbeit, steigt das Kurzarbeitergeld ab dem 4. Monat des Bezugs auf 70 Prozent (bzw. 77 Prozent) und ab dem 7. Monat auf 80 Prozent (bzw. 87 Prozent) – bis maximal Ende 2020.
  • Die Hinzuverdienstgrenze bei Bezug von Kurzarbeitergeld wird bis Ende 2020 bis zur vollen Höhe des bisherigen Monatseinkommens für alle Berufe geöffnet.

Weitere Informationen und Antragstellung über die Agentur für Arbeit: www.arbeitsagentur.de/m/corona-kurzarbeit/

In diesem Video wird Ihnen anschaulich erklärt, wie Sie Kurzarbeitergeld beantragen können: www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-videos

Online-Seminare der wfc zum Thema

  • Grundlagen für die Beantragung von Kurzarbeitergeld und schrittweise Erläuterung der Beantragung (27.03.2020) | Referenten: Experten der Steuerberaterkanzlei Freckmann & Partner/ Agentur für Arbeit www.youtube.com/watch?v=UGI2QS5tXTk&t=1587s

Quarantäne und Verdienstausfall

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bietet Service-Hotlines mit einer Beratung zu Verdienstausfällen bei Quarantäne durch eine Coronavirus-Erkrankung und den Verdacht darauf: Telefon 0251 591-8218,
0251 591-8411 und 0251 591-8136.

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, können die zuständigen Gesundheitsämter Personen vorsorglich unter Quarantäne stellen. Arbeitnehmer sowie Selbstständige können dadurch einen Verdienstausfall erleiden. In diesen Fällen, wenn ein Arbeitnehmer eigentlich arbeitsfähig wäre, aber aufgrund der Quarantäne nicht arbeiten darf, entschädigt der Landesverband Westfalen-Lippe (LWL) auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes. Eine Entschädigung über den LWL erfolgt nicht, wenn der Arbeitnehmer krankgeschrieben ist.

Eine Übersicht in welchen Fällen Arbeitsentgelt gezahlt wird und in welchen Fällen ein Entschädigungsanspruch über den LWL besteht, gibt es hier: www.wfc-kreis-coesfeld.de/wp-content/uploads/2020/04/Übersicht-Quarantänefall-im-Unternehmen.pdf

Weitere Infos: www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=50337

wfc-Online-Seminar „Erläuterung des Prozesses der Verhängung einer Quarantäne sowie der Konsequenzen für den Betrieb“ (03.04.2020) | Expertinnen des Gesundheitsamtes Coesfeld sowie der Kanzlei Lausten Laarmann Nagel Wering https://www.youtube.com/watch?v=O6_56NSFjwY

Liquiditätsdarlehen

Die Bundesregierung hat beschlossen, die Bedingungen für kleine und mittlere Unternehmen (bis zu 250 Mitarbeiter bzw. bis zu 50 Mio. Euro Jahresumsatz) für den KfW-Unternehmerkredit (für Bestandsunternehmen) und den ERP-Gründerkredit – Universell (für junge Unternehmen, die weniger als 5 Jahre, aber mindestens drei Jahre am Markt sind) für Betriebsmittelkredite zu lockern. Durch höhere Risikoübernahmen von bis zu 90% der Kreditsumme seitens der KfW soll die Bereitschaft von Hausbanken für eine Kreditvergabe erhöht werden. Für große Unternehmen gilt eine Risikoübernahme von 80 Prozent.

Um KMU zusätzlich zu unterstützen, bietet die Bundesregierung ab dem 15. April einen KfW-Schnellkredit für Anschaffungen und laufende Kosten mit folgenden Eckpunkten:

  • Für Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigte, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind,
  • die bis 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren und
  • entweder in 2019 oder im Durchschnitt der letzten 3 Jahre Gewinne erwirtschaftet haben.

Die Bundesregierung hat beschlossen, die Bedingungen für kleine und mittlere Unternehmen (bis zu 250 Mitarbeiter bzw. bis zu 50 Mio. Euro Jahresumsatz) für den KfW-Unternehmerkredit (für Bestandsunternehmen) und den ERP-Gründerkredit – Universell (für junge Unternehmen, die weniger als 5 Jahre, aber mindestens drei Jahre am Markt sind) für Betriebsmittelkredite zu lockern. Durch höhere Risikoübernahmen von bis zu 90% der Kreditsumme seitens der KfW soll die Bereitschaft von Hausbanken für eine Kreditvergabe erhöht werden. Für große Unternehmen gilt eine Risikoübernahme von 80 Prozent.

Um KMU zusätzlich zu unterstützen, bietet die Bundesregierung ab dem 15. April einen KfW-Schnellkredit für Anschaffungen und laufende Kosten mit folgenden Eckpunkten:

  • Für Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigte, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind,
  • die bis 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren und
  • entweder in 2019 oder im Durchschnitt der letzten 3 Jahre Gewinne erwirtschaftet haben.
  • Kreditvolumen von bis zu drei Monatsumsätzen aus 2019, jedoch max. 500.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten bzw. max. 800.000 Euro bei mehr als 50 Beschäftigten
  • Bund übernimmt Haftungsrisiko zu 100 Prozent
  • Bewilligung ohne weitere Risikoprüfung durch die Hausbanken
  • Bis zu zehn Jahre Zeit für die Rückzahlung, zwei Jahre keine Tilgung

Weitere Informationen dazu unter https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Erweitern-Festigen/F%C3%B6rderprodukte/KfW-Schnellkredit-(078)/

wfc-Online-Seminar „Erläuterung des Antragsverfahrens für KfW-Schnellkredite“ (17.04.2020) | Experte der Sparkasse Westmünsterland https://www.youtube.com/watch?v=GT8b7rVmSVA

Hilfen für Unternehmen, die weniger als drei Jahre am Markt sind, sind unter dem Punkt => Darlehen für Gründer und Jungunternehmer zu finden.

Ergänzend hat die NRW-Landesregierung den NRW-Rettungsschirm beschlossen. Die NRW.Bank hat bei ihrem Universalkredit die Risikoübernahme von 50 auf 80 Prozent erhöht. Der bisher dafür nötige Mindestkreditbetrag entfällt. Die Tilgung des Universalkredits mit einer Laufzeit von maximal zehn Jahren kann vom Start an bis maximal zwölf Monate ausgesetzt werden.

Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen bis zu 2,5 Mio. Euro können zudem durch die Bürgschaftsbank NRW und über 2,5 Mio. Euro durch das Landesbürgschaftsprogramm besichert werden. Die Bürgschaftsbank NRW ermöglicht eine 72-Stunden-Expressbürgschaft. Eine Erhöhung der Verbürgungsquote von bis zu 80% auf bis zu 90% ist geplant, muss aber vor Inkrafttreten noch von der EU-Kommission genehmigt werden.

Kleine Unternehmen und Existenzgründer habe die Möglichkeit, aus dem Mikromezzanin-Fonds Beteiligungskapital von bis zu 75.000 Euro direkt bei der Kapitalbeteiligungsgesellschaft (KBG) in Neuss zu beantragen. Sicherheiten sind hierfür vom Unternehmen nicht zu stellen. Die Erhöhung des Beteiligungskapitals führt nicht nur zur sofortigen Liquiditätsstärkung, sondern verbessert auch das Rating des Unternehmens und damit seine Kreditwürdigkeit.

Übersicht über die Kreditangebote der KfW für alle Unternehmen sowie für junge, etablierte Unternehmen

Bitte beachten Sie, dass bei allem Bemühen der beteiligten Partner Lösungen für Liquiditätsengpässe immer etwas Zeit benötigen. Dies gilt umso mehr, wenn die Zahl der Anfragen in den kommenden Wochen steigen wird. Bitte behalten Sie Ihre Liquidität im Blick und werden Sie bereits frühzeitig aktiv, wenn erste Liquiditätsengpässe in Ihrem Unternehmen abzusehen sind!

Die Beantragung und Abwicklung der finanziellen Hilfen erfordert immer die Beteiligung Ihrer Hausbank. Zur Beschleunigung wenden Sie sich am besten möglichst früh an die Beraterin/den Berater Ihrer Hausbank und bereiten die folgenden Unterlagen vor:

  • Kurze schriftliche Beschreibung der Auswirkungen der Pandemie auf Ihr Unternehmen
  • Jahresabschlüsse/ Einnahmen-Überschuss-Rechnungen 2017, 2018 und möglichst 2019
  • Betriebswirtschaftliche Auswertung 2019 (inklusive Summen- und Saldenliste)
  • Ermittlung des Kreditbedarfs anhand einer Maßnahmen- und Liquiditätsplanung für die nächsten 12 Monate
  • Selbstauskunft
  • Vorschlag für den Eigenbeitrag des Gesellschafters

Jede Unterstützung stellt eine individuelle Kreditentscheidung dar. Gegebenenfalls sind dafür weitere Unterlagen und Informationen erforderlich.

Weitere Informationen zu den Kreditprogrammen finden Sie auch bei der Sparkasse Westmünsterland unter https://www.sparkasse-westmuensterland.de/fi/home/produkte/finanzierung/kfw-foerderkredite.html?n=true

Weiterführende Links zu den Angeboten

Infos zur Liquiditätssicherung durch die KfW-Bank

Infos zur Liquiditäts­sicherung durch die NRW.BANK

Infos zur Liquiditätssicherung durch die Bürgschafts­bank NRW

Infos zur Liquiditätssicherung durch die Kapital­beteiligungs­gesellschaft NRW

Infos der IHK Nord Westfalen zur Finan­zierung des Unterneh­mens bei Liquiditäts­engpässen während der Corona-Krise

Infos des Bundeswirtschaftsministeriums

Darlehen für Gründer und Jungunternehmer

Für Gründer und Jungunternehmer, die nicht länger als drei Jahre am Markt sind, bieten die NRW-Landesregierung und die NRW.Bank eine Neuauflage des Darlehen-Programms „NRW.Start-up akut“. Möglich ist ein Wandeldarlehen von bis zu 200.000 Euro über eine Laufzeit von sechs Jahren. Zudem wird beim Programm „SeedCap“ die maximal mögliche Investitionssumme von 100.000 auf 200.000 Euro erhöht. Bei den VentureFonds sind jetzt auch Beteiligungen in der späteren Wachstumsphase möglich. Weitere Infos: www.nrwbank.de/corona

Erleichterungen bei Steuern und Beiträgen

Zwischen Bund und Ländern sind folgende Sofortmaßnahmen abgestimmt, die bis 31.12.2020 gelten:

  • Zinslose Stundung der fälligen oder fällig werdenden Steuern (Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer)
  • Absenkung der Steuervorauszahlungen bei Einkommen-, Körperschaft und Gewerbesteuer (nachträgliche Herabsetzung ist bei entsprechender Begründung möglich)
  • Aussetzen der Sondervorauszahlungen für Dauerfrist­ver­län­ge­rungen bei der Umsatzsteuer
  • Unbürokratisches Entgegenkommen bei Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Energiesteuer oder Brandweinsteuer).
  • Aussetzen von Vollstreckungsmaßnahmen, einschl. Erlass von Säumniszugschlägen

Die Erleichterungen werden krisenbetroffenen Unternehmen auf Antrag gewährt. Das stark vereinfachte Antragsformular finden Sie unter www.finanzverwaltung.nrw.de/de/steuererleichterungen-aufgrund-der-auswirkungen-des-coronavirus

Darüber hinaus besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer weiteren steuerlichen Entlastung durch einen Verlustrücktrag auf das Geschäftsjahr 2019. Bitte klären Sie das im Einzelfall mit Ihrem Steuerberater.

Sicherung des eigenen Lebensunterhalts für Selbstständige

Arbeitslosengeld I

Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG I) kann auch für Selbstständige unter folgenden Bedingungen entstehen:

  • Selbstständige, die innerhalb der letzten 30 Monate in einem sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis insgesamt 12 Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben oder
  • Selbstständige, die mindestens bereits seit 12 Monaten freiwillig in der Arbeitslosenversicherung versichert sind und Beiträge dafür gezahlt haben oder
  • deren Restanspruch aus einem vorherigen Arbeitslosengeldanspruch seit dem Entstehen noch nicht verjährt ist (vier Jahre)

Sollte einer der oben genannten Fälle auf Sie zutreffen und sollten Sie bereit sein, Ihre selbständige Tätigkeit aufzugeben, um sich dem Arbeitsmarkt für beitragspflichtige Tätigkeiten zur Verfügung zu stellen, könnte ein Anspruch auf Arbeitslosengeld bestehen. Dieser muss im Einzelfall von der Agentur für Arbeit geprüft werden.

Um Arbeitslose in der Krise weiter zu unterstützen, hat der Koalitionsausschuss des Bundes beschlossen, dass der Bezug von ALG I um drei Monate verlängert wird – für alle, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und 31. Dezember 2020 enden würde.

Für Arbeitslose ab 50 Jahren steigt die ALG-I-Bezugsdauer in mehreren Schritten auf bis zu 24 Monate. Voraussetzung ist, dass sie 48 Monate oder länger versicherungspflichtig waren.

Für Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsagenturen unter folgender Rufnummer als Ansprechpartner zur Verfügung: 02541 919700.

Wir empfehlen vorab eine Kontaktaufnahme mit uns. Die Kontaktdaten finden Sie am Ende dieser Übersicht.

Grundsicherung

Sofern kein Anspruch auf Arbeitslosengeld über die Bundesagentur für Arbeit besteht, können sich Selbstständige zur Sicherung ihres eigenen Lebensunterhalts an das für sie zuständige Jobcenter wenden. Die Zuständigkeit richtet sich nach dem jeweiligen Wohnort. Wir empfehlen vor Antragstellung möglichst eine telefonische Kontaktaufnahme. Eine Liste der jeweils zuständigen Ansprechpartner finden Sie

Sofern eine telefonische Kontaktaufnahme nicht möglich ist, können Anfragen und Anträge auch per Post, über die Hausbriefkästen oder per Mail an die Jobcenter der Städte und Gemeinden gerichtet werden. Aktuell stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter nur in besonders dringenden Ausnahmefällen und nach vorheriger Terminabsprache für persönliche Kontakte zur Verfügung. Die Städte und Gemeinden verwenden in der Regel eigene Antragsvordrucke. Ggf. können auch die Antragsformulare der Bundesagentur für Arbeit verwendet werden: www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/download-center-arbeitslos#1478809808529. Es empfiehlt sich eine vorherige telefonische Abstimmung mit dem jeweiligen Jobcenter vor Ort.

Mit Wirkung ab 1. April 2020 werden bis 31. Dezember 2020 auf eine eingehende Vermögensprüfung und die Überprüfung des Wohnraums verzichtet und die Kosten für Wohnung und Heizung übernommen, selbst wenn sie nach geltendem Recht zu hoch sind.

wfc-Online-Seminar zur schrittweisen Erläuterung des Antragsverfahrens für die SGB-II-Grundsicherung (24.04.2020) | Expertin des Jobcenters Gescher www.youtube.com/watch?v=d8BJZUSa1zQ

Insolvenzantragspflicht

Um zu vermeiden, dass betroffene Unternehmen allein deshalb einen Insolvenzantrag stellen müssen, weil die Bearbeitung von Anträgen auf öffentliche Hilfen bzw. Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen in der außergewöhnlichen aktuellen Lage nicht innerhalb der dreiwöchigen Insolvenzantragspflicht abgeschlossen werden können, hat das Bundeskabinett beschlossen, dass die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für die betroffenen Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 verlängert werden soll.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/insolvenzaussetzungsgesetz-1781394

Konjunkturpaket des Bundes

Um die Folgen der Corona-Krise abzumildern, hat die Bundesregierung im Juni 2020 ein viele Lebensbereiche umfassendes Konjunkturpaket auf den Weg gebracht. Die relevanten Aspekte für Unternehmen und Selbstständige finden Sie als Zusammenfassung in diesem PDF.

Gerne unterstützen wir Sie bei Fragen und Beratungswünschen telefonisch oder per Mail.

Stand der oben stehenden Informationen: 9. September 2020

Bitte beachten Sie:

Bei allem Bemühen der beteiligten Partner, die Auswirkungen des Corona-Virus bestmöglich abzufedern: Die Lösungen dafür benötigen immer etwas Zeit. Dies gilt umso mehr, wenn die Zahl der Anfragen in den kommenden Wochen steigen wird. Bitte behalten Sie deshalb Ihre Liquidität im Blick und werden Sie bereits frühzeitig aktiv, wenn erste Liquiditätsengpässe in Ihrem Unternehmen abzusehen sind!

Die Beantragung und Abwicklung der finanziellen Hilfen erfordert immer die Beteiligung Ihrer Hausbank. Zur Beschleunigung wenden Sie sich am besten möglichst früh an die Beraterin/den Berater Ihrer Hausbank. Für grundsätzliche Informationen zu den Finanzierungshilfen stehen auch wir gerne zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner
Dr. Jürgen Grüner
Nathalie Reichel
Thomas Brühmann