Coworking im ländlichen Raum benötigt System und Vernetzung

Projektbüro Smarte.Land.Regionen stellt Fahrplan vor und sucht Pilot-Unternehmen

Mehr mobiles Arbeiten für Pendelnde ermöglichen, digitale Unterstützungsangebote aufbauen und schließlich wohnortnahe Coworking-Spaces als dritten Arbeitsort für Pendelnde etablieren: Das Projektbüro Smarte.Land.Regionen des Kreises Coesfeld hat im Coworking-Space CoCoWo bei der Auftaktveranstaltung zum Vorhaben die nächsten Schritte vorgestellt und den Unternehmensvertreterinnen und -vertretern vor Ort die Potenziale erläutert.

Eine Nutzungsplattform für möglichst viele Coworking-Spaces

„Wir arbeiten aktuell daran, Fragen zu beantworten und Lösungen zu schaffen für ein möglichst einfaches Angebot des mobilen Arbeitens in Coworking-Spaces“, erklärte Projektmitarbeiterin Kathrin Heuermann. In Unternehmensbefragungen ist bereits geklärt worden, was vorab gewünscht und benötigt wird. „Dazu gehört unter anderem eine Plattform, die es den Unternehmen ermöglicht, mit einem Vertrag, einer Buchungsoberfläche und einer Abrechnung Zugang zu möglichst vielen Coworking-Spaces zu erhalten“, so Heuermann.

Wie alles passend gestaltet werden kann, wird ab 2022 in einer Pilotphase getestet. Unternehmen, die daran teilnehmen und das künftige Angebote mitgestalten möchten, können sich ab sofort im Projektbüro melden. Interessierte Beschäftigte sollen dann zwei bis drei Tage die Woche in einem passenden Coworking-Space arbeiten können und mit ihren Erfahrungen ebenfalls zur Optimierung des Angebots beitragen.

Mobiles Arbeiten erhöht den Radius bei der Fachkräftesuche

Warum das mobile Arbeiten gerade auch mit Blick auf den Fachkräftemangel so wichtig ist, erklärte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr: „Um Fachkräfte zu bekommen, brauchen wir innovative Konzepte. Mobiles Arbeiten erhöht den Radius der Fachkräftesuche und steigert die Attraktivität der Unternehmen und der Region. Außerdem: Es entspricht dem Puls der Zeit.“ Viele seien mit Beginn der Corona-Krise erst begeistert vom Homeoffice gewesen, wollten aber nach einiger Zeit doch lieber zurück ins Büro. Allerdings – auch mit Blick auf die Pendelzeit – nicht jeden Tag.

Wohnortnahes Coworking ist dafür die Lösung und hat besonders in ländlichen Regionen großes Potenzial. Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat deshalb Anfang Oktober bereits ein Pilotprojekt gestartet und ermöglicht 3.000 Beschäftigten in den Ministerien für zunächst drei Monate das Arbeiten in wohnortnahen Coworking-Spaces. Dr. Jörg Nickel, Referatsleiter „Digitaler Wandel“ in der Staatskanzlei erläuterte den Weg dorthin.

Coworking hat enormes Wachstumspotential bei Pendelnden im ländlichen Raum

Wo genau die Chancen des Coworking liegen, skizzierte Ulrich Bähr, Geschäftsführender Vorstand der CoWorkLand eG aus Kiel: „Die Wohnortnähe der Coworking-Spaces spart Pendelzeit, schützt das Klima und ermöglicht eine bessere Work-Life-Balance. Die Job-Zufriedenheit steigt und damit auch Motivation, Produktivität und Innovationsfähigkeit. Man kann in Ruhe arbeiten, aber trotzdem Austausch finden.“

2017 gab es in ganz Deutschland lediglich drei Coworking-Spaces im ländlichen Raum, Anfang 2021 waren es schon 170, mittlerweile ist die Zahl noch weiter gestiegen. „Bereits jetzt machen Angestellte die Hälfte der Coworking-Nutzenden auf dem Land aus. Hier, bei den Pendelnden, gibt es also enormes Potential. Aber: Coworking auf dem Land ist wie ein U-Bahn-Netz, es braucht System und Vernetzung“, so Bähr. Genau daran arbeitet das Projektbüro Smarte.Land.Regionen für den Kreis Coesfeld.

Weitere Informationen und Kontakte unter www.kreis-coesfeld-digital.de

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