Wasserstoff als Alternative zu fossiler Energie

Wir schaffen die Voraussetzungen, damit Sie Ihre Produktion umstellen können

Grüner Wasserstoff statt Erdgas und Kohle, Benzin und Diesel: Für eine nachhaltige, klimaneutrale Produktion, gilt grüner Wasserstoff als wichtiger Energieträger der Zukunft. Auch im Verkehr, besonders für den Transport von Menschen und Gütern, kann er fossile Brennstoffe ersetzen. Denn bei der Nutzung von Wasserstoff entstehen keinerlei klimaschädliche Emissionen.

Damit die Unternehmen im Kreis Coesfeld ihre Produktion oder die Fahrzeugflotte auf Wasserstoff umstellen oder durch Wasserstoff ergänzen können, arbeiten der Kreis Coesfeld, die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (WBC) und die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld gemeinsam mit den Städten und Gemeinden an sicheren und unkomplizierten Zugängen zum nachhaltigen Energieträger der Zukunft.

  • Biogasaufbereitungsanlage/ Power-to-Gas-Anlage Coesfeld-Höven

Bereits seit 2014 speist die GFC Kreis Coesfeld durch die Biogasaufbereitungsanlage an der Deponie Coesfeld-Höven gereinigtes Biogas in Erdgasqualität in das Erdgastransportnetz der Thyssengas. Auf Basis der in 2021 erfolgreich abgeschlossenen Machbarkeitsstudie für eine Power-to-Gas Anlage zur Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff soll die Biogasaufbereitungsanlage nun um eine eben solche Anlage ergänzt. Voraussichtlich ab 2024 werden so jährlich bis zu eine Million kWh an grünem Wasserstoff produziert werden und zusätzlich zum Biomethan in das Erdgasnetz eingespeist, so dass weniger fossiles Erdgas verbraucht werden muss. Um den Energiebedarf zur Erzeugung des grünen Wasserstoffs zu 100 Prozent aus regenerativem, regional produzierten Strom decken zu können, soll die bereits an der Deponie vorhandene PV-Freiflächenanlage auf eine Leistung von insgesamt 1,5 Millionen kWp erweitert.

  • Wasserstoff-Pipelines

Den Erdgasverbrauch durch die Beimischung von grünem Wasserstoff zu reduzieren, ist die eine Möglichkeit mit Wasserstoff nachhaltiger zu wirtschaften. Die andere Möglichkeit ist, fossile Brennstoffe in der Produktion komplett durch reinen Wasserstoff als Energieträger zu ersetzen. Den Zugang zum Wasserstoff erhalten die Unternehmen über vier Wasserstoff-Pipelines, die nach den Planungen der Transportnetzbetreiber künftig durch den Kreis Coesfeld führen sollen und damit allen in Kommunen einen Anschluss möglich machen. Die Inbetriebnahmen sind zwischen 2024 und 2030 geplant. 

Damit die Unternehmen auf den darin transportierten Wasserstoff zugreifen können, verhandeln Kreisverwaltung, Wirtschaftsbetriebe und wfc mit den Betreibern dieser Wasserstoff-Pipelines über die Netzkopplungspunkte. Nachgelagerte Verteilnetze werden geplant, um Gewerbegebiete und größere Industriestandorte anzubinden. Wo genau Bedarf und Nachfrage bestehen und entsprechend Netzkopplungspunkte und Verteilnetze verlegt werden sollen, zeigt eine Erhebung unter den Unternehmen im Kreis.

Laut einer aktuellen Machbarkeitsstudie des Kreis Coesfeld könnte bis 2040 durch die vorhandene und bis dahin noch weiter erhöhte Zahl an PV-, Windkraft- und Biogasanlagen ein Drittel des benötigten Wasserstoffs in der Region selbst produziert werden. Der Rest muss importiert werden. Damit kommt den geplanten Wasserstoff-Pipelines eine zentrale Rolle für eine auch künftig gesicherte, nachhaltige Energieversorgung im Kreis Coesfeld zu.

  • H2-Netzwerk Westmünsterland

Um den Unternehmen die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff nahe zu bringen, hat die wfc gemeinsam mit der WFG für den Kreis Borken ein H2-Netzwerk aufgebaut. Dort können sich Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Institutionen aus dem Westmünsterland offen zum Thema „Wasserstoff“ austauschen. Es wird über interessante Veranstaltungen und Förderaufrufe berichtet, Forschungsergebnisse präsentiert und eine Plattform geschaffen, um potenzielle Kooperationspartnerschaften zu bilden und gemeinsame Projektideen zu entwickeln. Die Treffen finden zwei- bis vier Mal jährlich statt.

  • Gemeinsame Erklärung der Kommunen und der mittelständischen Wirtschaft im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region zum Ausbau der regionalen Wasserstoffinfrastruktur

Damit grüner Wasserstoff einer der zentralen Energieträger der Energiewende werden kann, fordern Kommunen und mittelständische Unternehmen im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region eine intensivere Fokussierung der Nationalen Wasserstoffstrategie auf die regionalen Verteilinfrastrukturen und die Förderung der Wasserstoffnutzung im energieintensiven Gewerbe. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben sie Ende 2022/Anfang 2023 rund 300 Unterschriften unter eine Gemeinsame Erklärung zum Ausbau der regionalen Wasserstoffinfrastruktur gesammelt und diese an Michael Kellner, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand, übergeben.

FÖRDERMÖGLICHKEITEN

+++ Achtung: Bis einschließlich 31. Januar 2024 pausiert die folgenden Förderungen. Informationen zur neuen Förderrichtlinie ab dem 1. Februar 2024 erhalten Sie, sobald sie vorliegen, an dieser Stelle. +++

Progres.NRW – Emmissionsarme Mobilität zur Förderung von Elektrolyseuren und Wasserstoffspeichern in Verbindung mit nicht öffentlichen Wasserstofftankstellen. Förderung: maximal 45 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, bis zu 2 Millionen Euro. https://www.bra.nrw.de/energie-bergbau/foerderprogramme-fuer-klimaschutz-und-energiewende/foerderbereiche/lademoeglichkeiten/foerderung-von-elektrolyseuren-und-wasserstoffspeichern

Progres.NRW – Klimaschutztechnik zur Förderung von stationären wasserstoffbasierten Energiesystemen in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage. Gefördert werden Elektrolyseure und Wasserstoffspeicher sowie wasserstoffbasierte Heizkessel mit maximal 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal 100.000 Euro (für Heizkessel maximal 110.000 Euro). https://www.bra.nrw.de/energie-bergbau/foerderprogramme-fuer-klimaschutz-und-energiewende/foerderbereiche/energiesysteme-fuer-klimagerechte-gebaeude/foerderung-von-stationaeren-wasserstoffbasierten-energiesystemen-verbindung-mit-einer

Weitere Förderprogramme im Überblick unter https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/wirtschaftspolitik/energie/wasserstoff/h2-foerderprogramme-67860

Ihre Ansprechpartner
Nathalie Reichel
Dr. Jürgen Grüner