Smarte Sensoren für mehr Effizienz
Urbane Datenplattform ist Basus für intelligente Steuerung von Prozessen und Entscheidungen
Welche Mülleimer müssen geleert werden? Welche Bäume brauchen Wasser? Wie viele Besucher waren beim Stadtfest? Antworten auf diese Fragen lassen sich im Kreis Coesfeld künftig ganz einfach ablesen – mit Hilfe von Sensoren und Datenübertragungen über LoRaWAN-Netze, die seit Frühjahr 2025 in allen Städten und Gemeinden des Kreises aufgebaut werden.
Einfache Datensammlung und -auswertung
LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) ermöglicht es, mit Hilfe batteriebetriebener Senoren, die beispielsweise an Mülleimern kleben oder im Boden stecken, geringe Datenmengen über viele Kilometer hinweg zu übertragen. Die Sensoren arbeiten energiesparend und unabhängig vom klassischen Mobilfunknetz. Sie können über Jahre hinweg betrieben und zentral in der Urbanen Datenplattform ausgewertet werden.
Zu den zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten gehören folgende Bereiche:
- Kommunen
Sie können ihre Dienstleistungen effizienter gestalten, wenn Sensoren die Passantenfrequenzen messen, Glätte erkennen oder das Raumklima in öffentlichen Gebäuden erfassen. Mit Hilfe von Füllstandsensoren an Mülleimern lassen sich Leerfahrten reduzieren und Routen optimieren. Bodenfeuchtesensoren zeigen im Sommer wann welche Bäume bewässert werden müssen. Die erfassten Daten werden auf einer urbanen Datenplattform gebündelt und dienen als Grundlage für intelligente Steuerung und vorausschauende Planung.
- Unternehmen
Sie können LoRaWAN nutzen, um Maschinen oder Gebäude in Echtzeit zu überwachen. Temperaturkontrolle in der Lagerlogistik, Energieverbrauchsanalysen oder GPS-Tracking im Fuhrpark lassen sich kostengünstig integrieren, was besonders attraktiv für kleine und mittlere Betriebe attraktiv ist, die ohne große Investitionen digitalisieren wollen.
- Landwirtschaft
Hier ermöglichen Bodenfeuchte- oder Wetterdaten eine präzisere Bewirtschaftung. Auch die Tierüberwachung, automatische Bewässerung oder das Monitoring von Gerätestandorten können so smart gesteuert werden – das spart Ressourcen und erhöht die Erträge.
Der Ausbau richtet sich nach den jeweiligen Anwendungsfällen und wird sukzessive ausgeweitet. In 2025 haben ausgewählte Kommunen und Unternehmen im Kreis Coesfeld erste Anwendungen umgesetzt und die Vorteile der Technologie im Praxisbetrieb zu evaluiert. Ab dem 3. Quartal 2026 erfolgt der kreisweite Rollout mit flächendeckendem Netz und vielen Anwendungsmöglichkeiten für Wirtschaft, Verwaltung und Landwirtschaft.
Finanziert wird das Projekt über eine LEADER-Förderung in den LEADER-Regionen Kleeblatt, Baumberge und Hohe Mark. Das Gesamtvolumen liegt bei 369.000 Euro. Der Projektzeitraum läuft bis zum Ende des 2. Quartals 2029.
Foto: SWD