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Daten.Nutzen.Machen.: Smarte Sensoren für mehr Effizienz

Urbane Datenplattform ist Basis für intelligente Steuerung von Prozessen und Entscheidungen

Energie sparen, kommunale Abläufe erleichtern und neue Möglichkeiten für Unternehmen schaffen: Mit dem Projekt „Daten. Nutzen. Machen.“ entsteht eine gemeinsame Urbane Datenplattform für den Kreis Coesfeld. Sie verbindet Daten mit praktischen Anwendungen – über Gemeindegrenzen hinweg. Das Projekt läuft seit dem 1. Oktober 2026 und wird mit rund 250.000 Euro aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des LEADER-Programms NRW gefördert.

Energieverbrauch, Füllstände von Mülleimern und Wasserstände auf einen Blick

Wo lässt sich der Energieverbrauch öffentlicher Gebäude senken? Welche Mülleimer müssen tatsächlich geleert werden? Und wo steigen die Wasserstände? Antworten auf solche Fragen sollen künftig Sensoren und digitale Anwendungen liefern. Gemeinsam mit dem Kreis Coesfeld und den beteiligten Städten und Gemeinden schafft die wir dafür die technische Grundlage. Im Mittelpunkt steht der direkte Nutzen: weniger Kontrollfahrten, ein gezielterer Einsatz von Personal und Ressourcen und bessere Informationen für Planung und Entscheidungen.

Herzstück des Projekts ist die Urbane Datenplattform. Hier werden Messwerte zusammengeführt, ausgewertet und übersichtlich dargestellt. Die Übertragung erfolgt überwiegend über LoRaWAN: ein Funknetz, mit dem kleine, batteriebetriebene Sensoren ihre Daten energiesparend über große Entfernungen senden können. Zusätzlich lassen sich bestehende Datenquellen einbinden, beispielsweise zu Wetter, Verkehr oder Energie. Digitale Anwendungen helfen anschließend dabei, die Informationen im Arbeitsalltag zu nutzen und Prozesse gezielt zu steuern oder zu automatisieren.

Sensorik, Datenplattformen und Anwendungen aus einer Hand

Partner für die Urbane Datenplattform ist das Kölner Unternehmen dataMatters. Das Unternehmen entwickelt digitale Lösungen für Kommunen und verbindet dabei Sensorik, Datenplattformen und Anwendungen. Es bringt das technische Know-how ein, um Messwerte zusammenzuführen, auszuwerten und für die unterschiedlichen Aufgaben vor Ort nutzbar zu machen. Der gemeinsame Aufbau hat den Vorteil, dass nicht jede Kommune eine eigene technische Lösung entwickeln und betreiben muss.

Zum Start sind Anwendungen aus unterschiedlichen Bereichen des kommunalen Alltags vorgesehen:

Innenstädte und Veranstaltungen besser verstehen: Passanten- und Besucherzählungen zeigen, wie stark Orte und Einrichtungen genutzt werden. Das schafft eine Grundlage für Stadtentwicklung, Veranstaltungsplanung und die Bewertung der Attraktivität von Innenstädten. Neben Passantenfrequenzzählungen in mehreren Kommunen sind Besucherzählungen beispielsweise an der Burg Vischering und bei der CoeMBO geplant.

Energie sparen und Technik im Blick behalten: Energiemonitoring macht Verbräuche transparent und hilft, Einsparpotenziale zu erkennen. Auch die Überwachung von Pumpwerken, technischen Anlagen und Serverräumen gehört zu den vorgesehenen Anwendungen. So sollen Auffälligkeiten früher erkannt und mögliche Ausfälle vermieden werden.

Gewässer und Grünflächen gezielter betreuen: Pegelstandsmessungen sollen den Hochwasserschutz unterstützen, Messungen der Wasserqualität helfen bei der Beobachtung von Gewässern. Weitere Anwendungen erfassen das Raumklima und Witterungsverhältnisse und unterstützen die Bewässerungsplanung sowie das Grünflächenmanagement.

Kommunale Einsätze bedarfsgerecht planen: Füllstandssensoren an Mülleimern helfen, unnötige Fahrten zu vermeiden und Behälter rechtzeitig zu leeren. Eis- und Temperaturdaten unterstützen den Winterdienst dabei, Einsätze gezielter zu planen und Streusalz sowie Kraftstoff einzusparen. Hinzu kommen die Erfassung von Wildwechseln durch den Kreis Coesfeld sowie Lärmmessungen und die Automatisierung einer Toilettenanlage in Senden.

Neue Möglichkeiten auch für Unternehmen und Organisationen

Die Plattform ist nicht allein für kommunale Aufgaben gedacht. Auch Unternehmen, Start-ups, wissenschaftliche Einrichtungen und gemeinnützige Organisationen können die Plattform kostenfrei nutzen, um eigene Sensoren einzubinden, Daten auszuwerten und daraus Anwendungen für ihre Arbeit zu entwickeln. So kann die verfügbare Datenmenge noch weiter wachsen. Grundsätzlich gilt jedoch: Öffentlich nutzbare Daten sollen der Allgemeinheit zugänglich sein, vertrauliche Unternehmensdaten bleiben geschützt. Zuständigkeiten, Zugriffsrechte und die Nutzung der Daten werden verbindlich geregelt. So verbindet das Projekt kommunale Digitalisierung mit neuen Möglichkeiten für wirtschaftliche Innovation und regionale Zusammenarbeit.

Gemeinsames Projekt der LEADER-Regionen Kleeblatt, Baumberge und Hohe Mark

„Daten. Nutzen. Machen.“ knüpft an das im April 2025 gestartete Testlabor in Dülmen, Lüdinghausen, Nordkirchen und Senden an. Die dort gesammelten Erfahrungen bilden eine Grundlage für die jetzt gestartete Umsetzung. Projektträgerin ist die wfc, die den Aufbau und die Zusammenarbeit mit dem Kreis, den Kommunen und den LEADER-Regionen koordiniert.

Beteiligt sind die drei LEADER-Regionen Kleeblatt, Baumberge und Hohe Mark. Die Projektlaufzeit reicht vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. Juni 2029.

Dieses Projekt wird im Rahmen des LEADER-Programms NRW aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen – Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz – gefördert. Die bewilligte Fördersumme beträgt 249.899,69 Euro.

Foto: Stadt Lüdinghausen/Torsten Voß

Ihr Ansprechpartner
Dr. Jürgen Grüner
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