Corona-Hilfen


Die wfc hat für Unternehmen und Selbstständige alle wichtigen Infos über die Hilfen in der Corona-Krise zusammengestellt. Zur Übersicht

Erste 5G-Antenne im Kreis Coesfeld in Betrieb

Der Zukunft den Empfang bereiten

Im Kreis Coesfeld geht die neue Mobilfunkgeneration an den Start: Der Telekommunikationsanbieter Vodafone hat jetzt im Gewerbepark St. Barbara in Dülmen an einem ersten Standort drei 5G-Antenne in Betrieb genommen. „Der Mast markiert einen Meilenstein im Ausbau der digitalen Infrastruktur in unserer Region“, betont Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und verweist auf den hohen Stellenwert der 5G-Technologie für die Standortattraktivität. So zeichnet sich der neue Mobilfunkstandard durch Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 800 Megabit pro Sekunde aus. Wer ein 5G-fähiges Endgerät einsetzt, könne sich also auf stabile Videostreams und auf sehr schnelle Downloads aus dem Internet freuen, so Schulze Pellengahr.

Voraussetzung für Internet der Dinge

Vor allem aber bilde 5G die Grundlage für die fortschreitende digitale Vernetzung von Alltagsgegenständen und Maschinen, die unter dem Schlagwort „Internet der Dinge“ zusammengefasst werde, ergänzt Dr. Jürgen Grüner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld (wfc). Laut seiner Aussage ist der Aufbau des neuen Netzes somit für den Wirtschaftsstandort ein zentraler Erfolgsfaktor: Ohne eine hochleistungsfähige Infrastruktur im Mobilfunkbereich könnten sich viele Unternehmen an den kommenden Digitalisierungsschüben nicht beteiligen. In der Folge würden sie an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, macht der Chef der wfc deutlich: „5G eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, neue digitalgestützte Lösungen einzusetzen, darunter die Echtzeitsteuerung und Vernetzung von Maschinen, Robotern oder Fahrzeugen, beispielsweise in Produktion und Warenlogistik.“

Landrat Dr. Schulze Pellengahr ergänzt einen speziellen Anwendungsfall, der vielen zugutekommen könnte. Demnach entwickelt der Kreis Coesfeld, gemeinsam mit dem DRK Coesfeld und der in Dülmen ansässigen Firma STF, eine 5G-basierte Technik für das Rettungswesen. Mit dieser Anwendung an Bord, sollen Notärzte die Situation am Einsatzort bereits während der Anfahrt überblicken und somit nach Ankunft noch schneller helfen können. Dafür braucht es schnelle und stabile Mobilfunknetze. Das Projekt, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert wird, ist zurzeit in der Konzeptionsphase. Eine Umsetzung noch im kommenden Jahr hält Schulze Pellengahr für möglich, falls eine weitere Förderung bewilligt wird und die 5G-Netze der Telekommunikationsunternehmen im Kreis Coesfeld schnell genug wachsen.

Kommunkation in Echtzeit

„5G bringt das Internet in Echtzeit und ist die Basis für vernetzte Fabrikhallen, Logistikzentralen und Stadien. Menschen und Maschinen können mit 5G in Echtzeit kommunizieren – also ähnlich schnell wie das menschliche Nervensystem“, so Stephan Schneider von Vodafone Deutschland. „Wir haben im vergangenen Jahr das erste 5G-Netz in Deutschland gestartet und wichtige Erfahrungen gesammelt. Jetzt bringen wir 5G in die Fläche. Die ersten 5G-Antennen hier in Dülmen sind der nächste wichtige Schritt für den Kreis Coesfeld in die digitale Zukunft. Weitere 5G-Standorte werden folgen.“

Vodafone hält in den Gemeinden Ascheberg und Nordkirchen ein flächendeckendes Glasfasernetz mit Anschlussmöglichkeiten bis ins Haus. Das Unternehmen trägt – wie auch weitere Telekommunikationsanbieter – dazu bei, dass der Kreis Coesfeld NRW-weit der Glasfaserversorgung den Spitzenwert von 75 Prozent aller Adressen aufweist. Doch noch ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Region nicht abgeschlossen. „Ziel ist beim Mobilfunk eine bedarfsgerechte Flächendeckung“, erklärt Dr. Jürgen Grüner und fügt hinzu: „Im gesamten Kreisgebiet ist dann Telefonie und eine ausreichende Datenübertragung möglich.“

Gute LTE-Abdeckung bietet perfekte Ausgangssituation

Zurzeit unterstützt die wfc die Netzbetreiber bei der Analyse der Versorgungssituation und bei der Suche nach passenden Standorten. Das bisherige Ergebnis kann sich im deutschlandweiten Vergleich sehen lassen. So gehört der Kreis Coesfeld im Hinblick auf den Mobilfunkstandard LTE zu den zehn bestversorgten Landkreisen in Deutschland, wie beispielsweise eine Studie der Aachener Unternehmensberatung Umlaut AG zeigt. Doch wollen Kreis und wfc den LTE-Ausbau, gemeinsam mit den Telekommunikationsunternehmen, noch weiter vorantreiben. An rund einem Dutzend Ortslagen wird zurzeit nach passenden Standorten gesucht – auch, weil in den 4G-Antennen viel Ausbaupotenzial steckt: „Dank der schon vorhandenen LTE-Versorgung bietet der Kreis Coesfeld gute Startbedingungen auch für einen zügigen 5G-Ausbau in der Fläche, ohne dass in großem Stil neue Standorte errichten werden müssen“, freut sich Schulze Pellengahr.