Jahresbilanz der wfc: Erfolgreiche Unterstützung für Unternehmen

Kreativ, agil und digital Krisen meistern und sich zukunftsfähig aufstellen

Ein zweites Jahr im Corona-Krisenmodus liegt hinter den Unternehmen im Kreis Coesfeld. Die wfc hat deshalb 2021 ihr intensives Unterstützungsangebot weitergeführt. Was war anders? Vielleicht die Ruhe und die größere Routine, mit denen die Unternehmen den sich immer noch sehr schnell ändernden Herausforderungen begegnet sind. „Vieles, was 2020 noch für Schwierigkeiten gesorgt hatte, war 2021 fast schon Normalität. Dafür kamen andere Themen mit hoher Schlagzahl auf, etwa die sich ständig ändernden Vorschriften im Arbeits-, Beschäftigten- und Kundenschutz. Dies mit dem Tagesgeschäft zu vereinbaren, hat viele Firmen stark belastet“, erklärte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. „2021 war nicht einfach für die Wirtschaft. Doch mit dem massiven Fachkräftemangel von der Gastronomie bis ins Schwimmbad, der als Folge der Pandemie und des demografischen Wandels erst jetzt überdeutlich wird, und den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf Energiekosten und Lieferketten wird 2022 viele Unternehmen sogar noch mehr fordern. Mit ihrer Kreativität und Agilität, die in den vergangenen zwei Jahren noch einmal deutlich gestiegen ist, wird den Unternehmen am Standort aber auch das gelingen.“

Weiterhin starke Nachfrage nach Unterstützung im Digitalisierungsbereich

Ungebrochen ist der Digitalisierungsschub, den die Pandemie ausgelöst hat. Die Nachfrage nach Unterstützung in diesem Bereich ist – nach dem starken Anstieg im Vorjahr – noch einmal nach oben gegangen. „Viele Unternehmen haben spätestens jetzt erkannt, welche Vorteile die digitalen Möglichkeiten für sie bieten. Ihnen machen wir passgenaue Angebote, fördern den Kontakt zur Wissenschaft und unterstützen sie dabei, auch in Bereichen wie Internet of Things, Augmented Reality, Robotik und 3D-Druck weiter voranzugehen. Doch es gibt auch immer noch zahlreiche Unternehmen, die trotz allem zögerlich in der Umsetzung digitaler Angebote sind. Für sie haben wir im vergangenen Jahr unter anderem eine niedrigschwellige Sprechstunde eingerichtet und – mit Fokus auf den Handel und die Gastronomie – einen kostenfreien Check ihrer digitalen Aktivitäten auf den Weg gebracht, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen“, erklärt wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner

Die digitale Infrastruktur steht dafür bereit. Rund 7400 Adressen wurden 2021 neu an das Glasfasernetz angebunden oder für den Ausbau gesichert. Nach Abschluss laufender Arbeiten sind dann 87 Prozent der Adressen an das Glasfasernetz angeschlossen. Ähnlich gut ist der Stand beim 4G/LTE-Mobilfunk. Hier deckt das Netz nach Abschluss der laufenden Arbeiten je nach Anbieter 87 bis 91 Prozent der Fläche ab. Für viele der noch bestehenden Lücken im Netz sind bereits Lösungen in Planung oder resultieren aus staatlichen Auflagen, die etwa entlang der Verkehrsachsen gelten. Um durch Gespräche mit den Mobilfunkanbietern auch die restlichen Funklöcher stopfen zu können, hat die wfc im vergangenen Jahr die flächendeckende Mobilfunkmessung mit Messboxen, die in Müllsammelfahrzeugen mitfahren, auf den Weg gebracht. Deutschlandweit ist das Interesse an der Methode groß und findet viele Nachahmer.

Umfangreiche Angebote zur Fachkräftegewinnung und -bindung

Von diesen hervorragenden Bedingungen in der Infrastruktur profitieren auch alle, die mobil arbeiten möchten – entweder im Homeoffice oder im Coworking Space als zukunftsträchtigen „Dritten Ort der Arbeit“. Die wfc hat gemeinsam mit dem Kreis Coesfeld den Aufbau des kreisweiten Coworking-Space-Netzes weiter angeschoben. Es bietet mehr Flexibilität in der Arbeitswelt, weniger Pendlermobilität und Umweltbelastung: So lässt sich nicht nur die Qualität des Standorts nachhaltig steigern, sondern auch seine Attraktivität für Fachkräfte.

Im Bereich der Fachkräftesuche und -bindung sowie der innovativen Personalarbeit hat die wfc 2021 weitere Impulse gesetzt hat. Rund 300 Teilnehmende nutzen die Workshop- und Info-Angebote im neu gegründeten Netzwerk GesundArbeiten, um zu erfahren, wie sie ihre Beschäftigten in ihrer Gesundheit unterstützen können. In diesem Zusammenhang erhielt zudem der ursprünglich im Kreis Coesfeld aufgebaute betriebliche Pflegekoffer eine deutliche Aufwertung: Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MAGS) des Landes NRW hat die Idee des Pflegekoffers aufgegriffen und ein Konsortium unter Federführung des Kuratoriums Deutsche Altenpflege (KDA) beauftragt, ein landesweites Angebot auf Basis des Münsterländer Pflegekoffers zu entwickeln.

Azubis im Fokus

Stärker in den Blickpunkt rückten 2021 zudem die Azubis. Neben dem Aufruf an die Unternehmen, Best-Practice-Beispiele für die Azubigewinnung für den Ideenpool zur Personalarbeit der Initiative #einfach machen vorzustellen, ist das Projekt Digiscouts gestartet. Dabei suchen mindestens zwei Azubis eines Betriebs innerhalb des Projekts nach Digitalisierungspotenzialen im Unternehmen und setzen sie eigenverantwortlich mit ihren Vorgesetzten und den Experten des RKW Kompetenzzentrums um.

Das Thema Digitalisierung ist also auch hier im Blickpunkt – und noch mehr bei der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie im Kreis Coesfeld. Gemeinsam sind die elf Kommunen und der Kreis 2021 in der Umsetzung der Digitalisierungsvorhaben weiter vorangegangen, um den Bürgerinnen und Bürgern mit digitalen Lösungen den Alltag zu erleichtern und die Lebensqualität in der Region zu steigern. Mit dem Start der Digitalagentur, die 2021 auf den Weg gebracht wurde, hat nun der intensive Austausch der Kommunen zur Umsetzung der –Strategie und zur gegenseitigen Unterstützung begonnen.

Download des Geschäftsberichts 2021

Foto-Download
Ihr Ansprechpartner
Dr. Jürgen Grüner