J.W. Ostendorf: Ehrenamtliches Engagement stärkt die sozialen Fähigkeiten
Unternehmen erarbeitet Konzept, um das Engagement seiner Mitarbeitenden zu fördern
Ehrenamt und Job zusammenbringen: Dabei unterstützt der Coesfelder Farben-Hersteller J.W. Ostendorf seine Mitarbeitenden künftig noch stärker. Derzeit arbeitet das Unternehmen an einem strukturierten Konzept dafür. „Wir schauen, was wir bisher schon machen, was wir zukünftig tun können und wie wir das Ehrenamt noch stärker positionieren können“, erklärt Anita Mühlenkamp, People & Talent-Partner bei J.W. Ostendorf. „Ehrenamt hat aus unserer Sicht viele Vorteile für die persönliche Kompetenzentwicklung. Wer etwa eine Kinder-Gruppe in einem Ferienlager betreut, übernimmt Verantwortung, organisiert Abläufe und stärkt seine sozialen Fähigkeiten. Solche Erfahrungen prägten die Persönlichkeit und lassen sich in vielerlei Hinsicht auch in den Berufsalltag übertragen.“ Gleichzeitig nehme das Unternehmen seine gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst und möchte auch aus diesem Grund das Ehrenamt unterstützen.
Vielfältige Unterstützung durch flexible Arbeitszeiten, Sonderurlaub und Sachspenden
Im Kreis Coesfeld ist J.W. Ostendorf damit nicht allein. Gemeinsam mit 15 anderen Unternehmen und Institutionen hat der Farben-Hersteller im vergangenen Jahr die neue Charta „Ehrenamtsfreundliche Arbeitgeber“ unterzeichnet. Der Kreis Coesfeld und die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld möchten damit nicht nur das ehrenamtliche Engagement fördern und würdigen, sondern auch den Unternehmen dabei helfen, entsprechende Angebote zu entwickeln.
J.W. Ostendorf unterstützt seine Beschäftigten dabei schon heute mit flexiblen Arbeitszeiten, Sonderurlaub im Rahmen der gesetzlichen Regelungen etwa als Betreuer von Ferienfreizeiten und Sachspenden wie Spielmaterial oder Farben für Renovierungen. Zudem greifen Spendenaktionen innerhalb des Unternehmens das Engagement der Mitarbeitenden auf – zuletzt über die Tombola beim weihnachtlichen Hüttenzauber. Der Erlös sollte Vereinen oder Institutionen zu Gute kommen, für die sich die Mitarbeitenden engagieren. „Wir haben deshalb den Aufruf gemacht, sich zu melden, wenn das Geld für das Ehrenamt benötigt werden kann und es entsprechend der Rückmeldungen aufgeteilt“, sagt Mühlenkamp.
Ehrenamt soll systematisch erfasst werden und eine Plattform erhalten
Klar ist aber auch: „Bei einigen Mitarbeitenden wissen wir, dass sie sich ehrenamtlich engagieren – und wo. Bei vielen anderen unserer 450 Beschäftigten wissen wir und die Kolleg/innen es nicht“, sagt Anita Mühlenkamp. „Das soll sich mit dem neuen Konzept ändern. Wir möchten ehrenamtliche Tätigkeit systematisch erfassen und zeigen, was unsere Mitarbeitenden im Ehrenamt leisten, ein Bewusstsein für dieses Engagement schaffen und es würdigen. Und letztlich andere motivieren, ehrenamtlich zu arbeiten.“ Deshalb soll es voraussichtlich im Intranet einen Bereich geben, in dem die Mitarbeitenden ihr Engagement und ihren Verein oder ihre Institutionen vorstellen können. Eine Plattform dafür könnten auch Betriebsversammlungen und die Info-Displays in der Produktion sein.
Ein weiteres Ziel ist es, ein Angebot aus dem betrieblichen Gesundheitsmanagement wieder neu aufzubauen: Auszubildende erhalten die Möglichkeit, eine Übungsleiter-C-Lizenz zu erwerben und anschließend in Kooperationen mit Schulen Sportangebote in der Nachmittagsbetreuung begleiten. Für diese Einsätze stellt das Unternehmen sie frei. „Vor der Corona-Pandemie wurde das Angebot gut angenommen. Danach ist es leider nicht mehr fortgeführt worden, aber das soll sich jetzt wieder ändern“, erklärt Anita Mühlenkamp.
Bildzeile: Spenden an Vereine und Institutionen, für die sich die Mitarbeitenden von J.W. Ostendorf engagieren, gehören zu den Unterstützungsangeboten des Unternehmens für das Ehrenamt. Die Spende für die DLRG kam durch den Tombola-Erlös beim weihnachtlichen Hüttenzauber 2025 zusammen.
Foto: J.W. Ostendorf