Corona-Hilfen


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Kreis Coesfeld erhält eine Million Euro für digitale Projekte

Unterstützung für das Ehrenamt und Ausbau des mobilen Arbeitens im Fokus

Der Kreis Coesfeld wird zur smarten Landregion: Er ist Gewinner des gleichnamigen Förderwettbewerbs des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft – und erhält in den kommenden vier Jahren bis zu einer Million Euro Fördergelder für die Umsetzung digitaler Ideen rund um modernes Ehrenamt und smarte Arbeitsformen. Das hat Bundesministerin Julia Klöckner am 24. September 2020 bekanntgegeben.

Bundesweit hatten sich 68 Landkreise um eine Förderung beworben, sieben davon erhielten jetzt von einer unabhängigen Fachjury den Zuschlag. „Wir freuen uns sehr über diese herausragende Chance, direkt an die Ziele unserer kreisweiten Digitalisierungsstrategie anknüpfen zu können: den Menschen zu ermöglichen, ihr Leben dank Digitalisierung einfacher und besser zu gestalten. Der Sieg beim Förderwettbewerb eröffnet uns viele neue Möglichkeiten und ist gleichzeitig eine Auszeichnung für die zukunfts-weisende Arbeit, die alle Beteiligten hier im Kreis Coesfeld leisten“, sagte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Bereitschaft für ehrenamtliches Enagagement erhöhen

Im Mittelpunkt des erfolgreichen Projektantrags, den der Kreis Coesfeld gemeinsam mit der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld erarbeitet hat, stehen zwei zukünftige Herausforderungen des ländlichen Raums: Die Bereitschaft zur Übernahme von Ehrenämtern sinkt aufgrund des hohen Beschäftigungsgrads, der zunehmenden Alterung und steigender Anforde-rungen an das Ehrenamt weiter ab. Das birgt in vielen gesellschaftlichen Bereichen im Kreis Coesfeld die Gefahr, dass traditionelle, von Freiwilligenarbeit geprägte Angebote wegbrechen. Zweites Thema ist das hohe Pendler-Aufkommen im Kreis Coesfeld, das die Zeit- und Ener-giebudgets der Menschen sowie das Klima belastet. Getrieben durch die sehr gute digitale Infrastruktur im Kreis gibt es ein großes Potential für mobil arbeitende Menschen. Allerdings fehlen Angebote wie Coworking-Spaces als Ergänzung zum Home Office, die diese moderne Art des Arbeitens nachhaltig unterstützen und für weitere Gruppen öffnen.

„Dank der Förderung als smarte Landregion können wir diesen Herausforderungen jetzt besser begegnen und die aufkommende Digitalisierungskultur weiter etablieren“, erklärt Mathias Raabe, Leiter der Kreisentwicklung beim Kreis Coesfeld. Im Bereich des Ehrenamts steht der Aufbau einer digitalen Plattform zur Unterstützung der Freiwilligenbetreuung im Mittelpunkt der erfolgreichen Projektidee. Engagierte Freiwillige können damit besser herausfinden, ob die vom Verein angedachte Aufgabe zu ihren Zeitbudgets, Fähigkeiten und Motivationen passt. Die Freiwilligenbetreuung kann daraufhin zielgerichtet Aufgaben anpassen, Weiterbildungen identifizieren sowie stützende Teamstrukturen aufbauen und so die Freude und Motivation am Ehrenamt erhalten.

Pendelzeiten und -kilometer für Arbeitnehmer sparen

„Zeitbudgets besser zu nutzen ist auch der Grundgedanke hinter der zweiten Idee“, erklärt wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner. „Dank der Digitalisierung sind immer mehr Arbeiten von zu Hause oder unterwegs möglich. Über eine Plattform wollen wir Arbeitgeber und die sonst pendelnden Arbeitnehmer motivieren, Pendelzeiten und -kilometer einzusparen. Ein Punktesystem, wie man es vom Stadtradeln kennt, fördert die Attraktivität und ermöglicht die direkte Unterstützung lokaler Projekte. Ergänzend wollen wir den Aufbau professioneller Arbeitsumgebungen in Coworking-Spaces unterstützen.“

Alle sieben Modellregionen, die den Wettbewerb gewonnen haben, werden bei der Umsetzung ihrer Projekte nicht nur finanziell, sondern bei der Gestaltung der digitalen Dienste auch ganz praktisch durch das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) unterstützt. Ziel ist es nicht nur, die Angebote gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln, sondern auch den Aufbau der digitalen Kompetenzen in der Region weiter zu fördern und so weitere digitale Ideen und Dienste zu entwickeln.

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Dr. Jürgen Grüner