wfc-Jahresbilanz: Wirtschaft bleibt trotz der Herausforderungen stabil

wfc reagiert auf Veränderungen und bereitet sechs neue Förderantrage vor

Eine schwache Konjunktur, geopolitische Unsicherheiten, steigende Kosten und ein angespannter Arbeitsmarkt: Die anhaltenden Herausforderungen in der globalen Wirtschaft sind 2025 an den Unternehmen im Kreis Coesfeld nicht spurlos vorbeigegangen – und dies wird auch 2026 noch so bleiben. „Umso bemerkenswerter ist, was unsere Region in diesem Umfeld leistet. Die Beschäftigung blieb stabil. Unternehmen haben investiert, sich neu aufgestellt und Verantwortung übernommen – für ihre Betriebe, für ihre Beschäftigten und für unsere Gemeinschaft“, erklärte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr bei der Vorstellung der Jahresbilanz der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH. „Der Kreis Coesfeld hat sich erneut als verlässlicher und lebendiger Wirtschaftsstandort behauptet.“

Damit die Unternehmen und der Standort zukunftsfähig bleiben, hat die wfc bestehende Angebot angepasst, neue Schwerpunkte gesetzt und den Start beziehungsweise die Anträge von sechs neuen Förderprojekten vorbereitet. „Die Anforderungen und Herausforderungen ändern sich in einer immer schnelleren Frequenz. Für die Unternehmen gilt deshalb ebenso wie für uns, dass Anpassungsfähigkeit, eine kontinuierliche Überprüfung der Leistungen, eine starke regionale Vernetzung und leistungsfähige Infrastrukturen entscheidend sind. Genau daran richten wir unsere Angebote aus“, erläuterte wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner.

Für die einzelnen Handlungsfelder bedeutete dies in 2025:   

  • Gründung: Die Nachfrage nach Gründungsberatungen ist unverändert hoch. Um die Gründungskultur weiter zu stärken, hat die wfc gemeinsam mit der WFG für den Kreis Borken und der Sparkasse Westmünsterland zum zweiten Mal den Gründungspreis Westmünsterland ausgelobt. Bei der Preisverleihung, die im März 2026 stattfand, wurden Diaco Wellness mit dem zweiten Platz und FZ Überdachungen aus Billerbeck als Finalist ausgezeichnet. Unterstützung, um den Nachhaltigkeitsaspekt bei Gründungen zu stärken, bietet das Verbundprojekt „Grünes Gründen Münsterland“, das noch bis März 2027 läuft.
  • Unternehmensservice: Die Nachfrage nach Beratungen ist in allen Bereichen erneut gestiegen. Das zentrale Thema, das noch weiter an Bedeutung gewonnen hat, ist jedoch die Unternehmensnachfolge. Neben der Fortsetzung der digitalen Nachfolge-Sprechstunde, hat die wfc mit ihren Partnern erfolgreich einen Förderantrag für das Projekt „Zukunft Unternehmensnachfolge Münsterland“ (ZUM) im EFRE-Wettbewerb „Regio.NRW“ eingereicht. Ziel ist es, Unternehmensnachfolgen im Münsterland erfolgreicher zu gestalten, indem Betriebe frühzeitig sensibilisiert und strategisch zukunftsfähig aufgestellt werden. Der Projektstart soll Mitte 2026 erfolgen.
  • Fachkräfte: Die Gewinnung und das Onboarding von Fachkräften aus dem Ausland, die Potenziale von Automatisierung und KI (insbesondere durch Unterstützung von Start-ups) und die Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf, standen 2025 im Fokus der wfc-Angebote, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Neu ist dabei unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Maakwi-Netzwerk und die gemeinsam mit dem Kreis Coesfeld und dem Kreissportbund entwickelte Charta „Ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber“, die 16 Arbeitgeber in 2025 unterzeichnet haben.
  • Innovation und Digitalisierung: Themenschwerpunkt war der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, insbesondere als strukturelles Transformationsinstrument in Unternehmen. Da Land und Bund die Fördermöglichkeiten für Innovations- und Digitalisierungsprojekte noch weiter eingeschränkt oder deren Attraktivität verringert haben, hat die wfc zudem damit begonnen, eine indirekte Innovationsförderung über Vernetzung, Technologietransfer und unternehmerische Partnerschaften aufzubauen. Ein zentraler Teil davon ist die gezielte Kooperationsanbahnung zwischen dem Mittelstand und Start-ups durch eine Kooperation mit dem Maakwi-Netzwerk. Um die technologische und operative Resilienz produzierender Unternehmen zu stärken, damit sie schneller und robuster auf technologische Veränderungen, Marktumbrüche und Lieferkettenstörungen reagieren können, hat die wfc mit ihren Partnern erfolgreich einen Förderantrag für das Projekt „TOR@Münsterland“ (ZUM) im EFRE-Wettbewerb „Regio.NRW“ eingereicht. Das Projekt läuft seit dem 1. Juni 2026 für drei Jahre.
  • Nachhaltigkeit: Wasserstoff, Energieverbünde in Gewerbegebieten und die strategische Neuausrichtung des Instituts für nachhaltige Wertschöpfung (INW) Coesfeld gehörten zu den zentralen Feldern in 2025. Aufgrund der Änderungen in den EU-Vorgaben für die Nachhaltigkeitsberichtspflichten hat das INW Coesfeld seinen Schwerpunkt auf niedrigschwellige Unterstützungsangebote zur Identifizierung wirtschaftlicher Wertschöpfungspotenziale im Kontext der Nachhaltigkeit gelegt. Beim Anschluss an das Wasserstoff-Netz standen die Planungen für die Verteilnetze in Rosendahl und Billerbeck sowie das Raumordnungsverfahren für die geplante Neubauleitung von Thyssengas im Mittelpunkt. Zudem liefen die Vorbereitungen für die Nutzung von Wasserstoff in der Produktion weiter – unter anderem durch eine erneute Bewerbung des Münsterlandes, der Emscher-Lippe-Region und der Provinzen Overijssel und Gelderland als „Hydrogen Valley“ im „Clean hydrogen Program“ der EU sowie einer Bewerbung mit der niederländischen Wirtschaftsförderung OostNL für das Projekt „H2B – Hydrogen to Business“ im Programm INTERREG VI Deutschland–Nederland.
  • Digitale Infrastruktur: Im Bereich der Glasfaser- und Mobilfunkversorgung hat der Kreis Coesfeld seine Spitzenposition in NRW weiter gefestigt. Gemeinsam mit den mit den Netzbetreibern und den Kommunen hat die wfc zudem daran gearbeitet, das Netz weiter zu verbessern und Versorgungslücken zu schließen. Passantenfrequenzmessungen in Innenstädten, Energiemanagement in kommunalen Gebäuden, Wasserstands-Monitoring oder eine Optimierung des Winterdienstes durch Eis- und Temperaturdaten ermöglicht eine urbane Datenplattform, die über LoRaWAN-Netze mit Informationen von entsprechenden Sensoren gefüttert wird. Nach der erfolgreichen Testphase in Dülmen, Lüdinghausen, Nordkirchen und Senden hat die wfc gemeinsam mit allen Kommunen des Kreises einen LEADER-Förderantrag für ein Umsetzungsprojekt unter dem Titel „Daten.Nutzen.Machen“ gestellt.

Den gesamten digitalen Geschäftsbericht gibt es unter folgendem Link: https://wfc-kreis-coesfeld.pageflow.io/wfc-geschaeftsbericht-2025

Bildzeile: Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner stellen den Jahresbericht 2025 der wfc vor. Foto Kreis Coesfeld/ Madeleine Brüning

Ihr Ansprechpartner
Dr. Jürgen Grüner